Schon mal Vogelmiere probiert? Lohnt sich

Leckeres „Unkraut“ aus dem vertikalen Garten

Zugegeben: Etwas komisch fand ich es auch, als ich mit kleinem Pflanzspaten bewaffnet losgezogen bin , um in den städtischen Grünanlagen Aussschau nach Giersch, Vogelmiere und Gänseblümchen zuhalten und diese dann auszubuddeln. Hoffentlich sieht dich keiner…..

Während Vogelmiere (ist übrigens eine Zeigerpflanze für viel Stickstoff im Boden) und Gänseblümchen relativ einfach zu finden waren, war das mit dem Giersch gar nicht so einfach. Ist schon interessant, dass viele ihn aus ihrem Garten loswerden möchten und er in der freien Natur fast eine Rarität ist. Ich hatte Glück und konnte bei uns an einer Rasenfläche einige Wurzelstücke ausbuddeln und mitnehmen.

Was ich damit vorhabe?

Als ich den Blogbeitrag über Superfood geschrieben habe, bin ich beim Recherchieren über so viele Tipps für heimisches Superfood gestolpert, dass ich mich entschieden habe: Reinbeißen, Ausprobieren, Anbauen. Und als mir dann noch 2 Europaletten zugelaufen sind war klar: Es gibt wieder einen vertikalen Garten, dieses Mal aber auf meinem Balkon.

Man nehme eine (Einweg-) Europalette und rette sie vor dem Wegwerfen

Man nehme eine (Einweg-) Europalette und rette sie vor der Entsorgung!

Wie dafür gemacht: Es passen genau 2 Säcke Erde quergelegt in die Palette. Wichtig: Unbedingt zwischen den beiden Säcken Löcher machen und in den unteren, damit das Wasser ablaufen kann

Wie dafür gemacht: Es passen genau 2 Säcke Erde quergelegt in die Palette. Wichtig: Unbedingt zwischen den beiden Säcken Löcher machen und ebenso in den unteren Teil, damit das Wasser ablaufen kann

 

Und da man auf dem Balkon nicht hoch genug stapeln kann: habe ich eine 2. Palette auf die untere geschraubt. verbunden sind sie mit Metallwinkeln und die untere ist durch die Erde genügend beschwert, die obere habe ich mit festen Seilen an zwei Schrauben an der Wand befestigt.

Und da man auf dem Balkon nicht hoch genug stapeln kann, habe ich eine 2te Palette auf die untere geschraubt. Verbunden sind sie mit Metallwinkeln. Die untere ist durch die Erde genügend beschwert, die obere habe ich mit festen Seilen an zwei Schrauben an der Wand befestigt. Die Blumenkästen sind momentan nur mit Seilen gesichert, die beiden Tontöpfe sind mir für 3,- € auf dem Flohmarkt zugelaufen. Im unteren habe ich Kresse ausgesät und im oberen wächst ein Jiagolan und verbreitert die Auflagefläche des  Balkonkastens.

Warum eigentlich „Kulturbegleitkräuter“

Ich hatte letztes Jahr schon das Vergnügen etwas Salat und einige Kräuter auf dem Balkon ernten zu können. Meine selbstgemachten Brote mit frischem Grünzeugs wecken immer wieder die bewundernden Blicke meiner Kolleginnen. Leider wollte der Salat nicht immer so wie ich und ich habe oft zukaufen müssen. Aufgrund von Platzmangel haben die Salate und Kräuter nicht immer den Platz bekommen, den sie benötigen – dieses Jahr hoffe ich, dass es besser klappt. Links im Bild sieht man eine Hanging-Basket-Etagere in dem dieses Jahr einige Asia-Salate, Knolauch, Petersilie, Basilikum und Zwiebeln (ich verwende immer nur die Blätter) wachsen dürfen. Ich wollte für meinen vertikalen Garten etwas Nachhaltigeres (habe echt keine Lust den jedes Jahr neu zu Bepflanzen), Pflegeleichtes, Leckeres das man fast durchgehend ernten kann.

Also was wächst so gut wie überall obwohl sich keiner drum kümmert und ist zudem noch megagesund?

Wildkräuter! Perfekt, oder?

 

Welche Pflanzen eignen sich für den Balkon

Als erstes muss man wissen, welchen Standort man anbieten kann. Ich hatte die Wahl zwischen Südwestseite und wenig Sonne, weil meine anderen Pflanzen die Sonne nötiger haben und die Wand beschatten oder Südostseite (also nur bis Mittag/Nachmittag Sonne).

Faustregel um erfolgreich auf dem Balkon zu gärtnern:

Guckt Euch einfach an wo die Pflanzen in der Natur wachsen z.B. auf der Wiese in der vollen Sonne, unter Bäumen, nur an Straßenrändern mit viel Hundepipi (liest sich wie ein Spaß, ist aber keiner).

Die Pflanzen brauchen auch auf dem Balkon die gleichen Bedingungen wie in der Natur.

Trendsetter: Giersch, Vogelmiere und Gänseblümchen:

Für den Giersch sollte ein halbschattiger Standort absolut kein Problem sein, deshalb habe ich ihn in den unteren Teil gepflanzt und da er ziemlich wuchsfreudig ist, hoffe ich, dass er den auch schnell durchwurzelt. Die Vogelmiere und die Gänseblümchen stehen weiter oben im ersten Blumenkasten und bekommen jede Menge Luft und Licht ab.

Und damit Ihr jetzt nicht kopfschüttelnd vor dem PC sitzt und Euch denkt: „Jetzt spinnt sie total“, verlinke ich Euch mal Wissenswertes über den Giersch.

Knoblauchsrauke und Bärlauch

Die Knoblauchsrauke ist auch eine gute Idee für den etwas schattigeren Bereich. Sie wächst hier in der Gegend aber überall wild und für mich lohnt sich ein Anpflanzen nicht. Außerdem ist sie nicht ganzjährig verfügbar. Genauso wie der Bärlauch, mit dem ich es zwar auch versuche (der steckt seitlich im oberen Sack), aber der braucht guten Waldboden und ich glaube nicht, dass er sich wirklich im Sack wohl fühlt. Er sah kurz nach dem Auspflanzen schon übel aus…..wenn er nicht überlebt, dann kommt da nächstes Jahr Gundermann rein. Der darf dann rumwuchern wie er möchte.

Versuch macht klug: Bärlauch im vertikalen Garten.

Versuch macht klug: Bärlauch im vertikalen Garten.

Löwenzahn

Mein Fall ist er nicht. 1. nervt er wenn er blüht und sich überall aussamt, 2. bildet er Pfahlwurzeln (braucht also Platz im Sack) und 3. ist er mir zu bitter und er wächst hier auch überall. Löwenzahn braucht es auch sonnig und da ich noch Tomatenpflanzen übrig habe, die auch viel Platz und Sonne brauchen, habe ich mich lieber für die entschieden.

Franzosenkraut
Och nö. Das wird mir etwas zu groß, braucht auch viel Licht und ich habe es ehrlich gesagt noch nicht probiert (wird nachgeholt).

Brennesseln
Gut, die brauchen auch nicht unbedingt viel Licht, aber ich brauche Platz und kann mir nicht vorstellen die auf dem Balkon stehen zu haben ohne mich daran zu „verbrennen“. Außerdem wachsen die hier auch überall.

 

Geheimtipps
Herzblattsalat

Im gaaanz oberen Kasten habe ich einen Herzblattsalat (Aptenia cordifolia) gesetzt, der schon einen Winter bei mir auf dem Balkon überlebt hat. Der blüht nicht nur schön, er hat auch einen sehr interessanten Geschmack und kann ebenfalls mehrmals im Jahr beerntet werden. Es ist zwar kein heimisches „Superfood“ sondern eher aus Frankreich, aber wenn er bei mir im Kasten wächst, ist es doch schon fast heimisch, oder?

Blüht nicht nur schön, schmeckt auch lecker: Herzblattsalat

Blüht nicht nur schön, schmeckt auch lecker: Herzblattsalat

Hederich
Gut, bei dem muss ich wirklich zugeben, dass ich nicht weiß wie er schmeckt und dass ich nur die Pflanzenbeschreibung gelesen habe. Aber ich dachte mir: DEN musst du haben!
Er keimt gerade neben dem Herzblattsalat und ich bin mir noch nicht sicher, ob er sich im Kasten wohlfühlt. Wenn nicht, dann esse ich ihn einfach vorher auf!

So und worauf wartetet ihr jetzt noch? Blühende Balkone kann jeder, wie wäre es mal mit essbaren?! 😉

Guten Appetit

 

3 Kommentare zu “Leckeres „Unkraut“ aus dem vertikalen Garten

  1. Vertikale Gärten sind im Moment wirklich im Trend! Das finde ich super, denn die sind äußerst praktisch und platzsparend. Man muss einfach nur clever sein 😀 Danke für den Beitrag, er ist wundervoll! Liebe Grüße, Kathreen von „Mach mal“

    • Huhu, freut mich, dass Dir das gefällt. Chefin wollte die eigentlich wegschmeißen und dafür waren sie mir wirklich zu schade und nachdem die Schnecken im Garten fast alles weggefressen haben, ist die Vitaminversorgung wenigstens auf dem Balkon gesichert. LG 😉

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