Orchidee

Orchideen richtig wässern

Oft berichten mir Freunde, wenn sie von meinem Orchideenhobby erfahren, dass sie schon die eine oder andere Orchidee um die Ecke gebracht haben. Und fast immer stellt sich nach kurzer Ursachenforschung heraus, dass das Problem, welches die Orchidee am Ende das Zeitliche hat segnen lassen, mit dem Wässern zu tun hatte. Deshalb möchte ich ein paar hilfreiche Infos und Tipps zum Thema Wässern geben, um vielleicht das eine oder andere Orchideenleben zu retten. :-)

 

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Welches Wasser mögen Orchideen?

Bis auf wenige Ausnahmen mögen Orchideen weiches Wasser am liebsten. Am idealsten wäre es also, die Orchidee mit Regenwasser zu bewässern. Wer die Möglichkeit dazu hat, sollte hierauf zurück greifen. Ansonsten kommt auch in einigen Wohngebieten weicheres Wasser aus dem Wasserhahn. Ob das bei euch der Fall ist, könnt ihr ganz einfach auf den Webseiten eurer Wasserversorger nachlesen, denn dort müssten in der Regel die letzten Wasseranlayse-Ergebnisse veröffentlicht sein.

Gehört ihr zu den Haushalten, bei denen das Wasser recht hart, also mit einem hohen Kalkgehalt, aus der Leitung kommt, gibt es mehrere Möglichkeiten:

  1. Das Wasser mittels eines Wasserfilters filtern.
  2. Das Wasser vor dem Wässern erst eine ganze Weile stehen lassen, so dass sich der Kalk absetzen kann.
  3. Destilliertes Wasser im Handel kaufen und euer Leitungswasser damit vermischen oder es mit Dünger aufdüngen. (Achtung: Niemals mit purem destilliertem Wasser gießen!)
  4. Eine Osmose-Anlage anschaffen.
  5. Euch nur Orchideenarten anschaffen, denen härteres Wasser nichts ausmacht. Zu Letzteren gehören etwa die Frauenschuhe der Gattung Paphiopedilum. Auch viele Multihybriden zum Beispiel von Phalaenopsis sind so robust gezüchtet, dass sie weniger empfindlich gegenüber hartem Wasser reagieren als ihre Vorfahren aus der Natur.

Welche Temperatur sollte das Wasser haben?

Einen eiskalten Schauer solltet ihr euren Orchideen beim Wässern nicht über die Wurzeln jagen. Es empfiehlt sich, die Orchideen mit Wasser zu bewässern, dass Zimmertemperatur hat. So bekommt die Orchidee keinen Kälteschock. Regenwasser an kalten Tagen also lieber erst einmal ein wenig nach drinnen stellen, damit es sich aufwärmen kann. Wasser aus der Leitung lässt sich gezielt mit der richtigen Temperatur abfüllen und kann sofort verwendet werden, wenn es nicht noch anderweitig wegen seiner Härte behandelt werden muss.

Gießen, tauchen oder sprühen – welche Methode ist die beste?

Hier scheiden sich die Geister zum Thema Wässern wohl am meisten und jeder hat seine eigene Methode und Meinung. Ich verrate euch gerne, welche Methode zur Wässerung für mich ideal erscheint. Bei mir stehen alle Orchideen entweder mit ihrem durchsichtigen Plastiktopf in Übertöpfen oder aber im Orchitop. Die Orchideen im Orchitop sind ein Sonderfall. Bei ihnen muss ich lediglich wenn es an der Zeit ist – dazu im nächsten Abschnitt mehr – den Untersetzer voll Wasser füllen, fertig.

Meine Orchideen in normalen Töpfen mit Übertopf wässere ich, indem ich einfach den Übertopf bis zum Rand mit Wasser auffülle. Dieses lasse ich dann etwa eine halbe Stunde im Übertopf und gieße es dann einfach wieder ab. Wichtig ist, dass das Wasser vollständig abgegossen wird und sich am Ende keine größere Pfütze mehr am Boden des Topfes befindet. Denn Staunässe ist Gift und die nach meiner Erfahrung häufigste Todesursache von Orchideen. Sie lässt die Wurzeln absterben und sorgt so dafür, dass die Pflanze bald weder Wasser noch Nährstoffe aufnehmen kann. Das führt logischerweise unweigerlich zum Absterben.

Wenn ich aus irgenwelchen Gründen einmal keine Zeit habe, die Orchideen zu tauchen, sie aber trotzdem schnell mit etwas Wasser versorgen will, gieße ich pro Orchidee ganz wenig Wasser in den Übertopf. Aber immer nur so viel, dass es auf keinen Fall zur Fäulnis kommen kann. Und das ist auch wirklich nur eine Notfallmaßnahme. Denn indem man die Orchidee gießt läuft man schnell Gefahr, sie mit nassen Füßen bzw. Wurzeln zurück zu lassen, dass nicht schnell genug aufgenommen werden oder verdunsten kann. Womit wir dann wieder bei der oben schon erwähnten Staunässe wären.

Das Besprühen von Orchideen ist meines Erachtens nicht wirklich nötig und zielführend. Zwar kann man so lokal und für kurze Zeit die Luftfeuchtigkeit in einem Raum mit wenig Feuchte in der Luft erhöhen, viel mehr nutzt das Besprühen meiner Meinung nach aber nicht. Wassertropfen auf den Blättern können zudem einerseits unschöne Wasserflecken hinterlassen und andererseits, wenn sie nicht schnell genug wieder abtrocknen, gerade in den Blattachseln zu Fäulnis führen. Ich besprühe meine Orchideen aus diesen Gründen schon länger nicht mehr und bisher hat sich keine beschwert.

 

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Ein einfacher Trick, um zu erkennen, ob die Orchidee Wasser braucht

Damit es nicht passiert, dass die Orchidee zu früh wieder oder generell zu häufig gewässert wird, gibt es einen ganz einfachen Trick um zu erkennen ob die Orchidee schon wieder Wasser braucht. Ihr hebt sie einfach kurz samt ihrem durchsichtigen Topf aus dem Übertopf heraus. Fühlt sich die Orchidee sehr leicht an und sind bei Phalaenopsis-Orchideen die Wurzeln allesamt silbrig, so ist es Zeit für das nächste Wässern. Ist dies nicht der Fall und die Orchidee hat noch ein wenig Gewicht und einige Wurzeln sind noch grünlich oder es zeigen sich Wasserdampftropfen im Topf, könnt ihr mit dem Wässern ruhig noch warten.

Lieber einmal zu wenig als einmal zu viel

Generell gilt, dass es der Orchidee weniger schadet, wenn sie einmal zu wenig gewässert wurde als einmal zu viel. Viele Orchideen können eine kleine Trockenphase zum Beispiel während eines Urlaubs erstaunlich gut überstehen – wenn sie nicht gerade in der prallen Sonne auf dem Fensterbrett stehen (was sie ja aber sowieso nicht sollten). Da ist der Nachbar, den man bittet die Orchideen in der eigenen Abwesenheit zu wässern, schon deutlich gefährlicher. Der meint es nämlich gerne gut und gibt den Orchideen wie allen anderen Zimmerpflanzen auch bei jedem Besuch Wasser. So kann es schnell zu einer bösen Überraschung kommen, wenn man aus dem Urlaub zurückkehrt.

Also merke: Trockenheit halten die meisten Orchideen in der Regel besser aus als andauernde Staunässe. Auch beim Wasser macht die Dosis das Gift. :-)

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