Fensterbankschalen

Gefahren für Orchideen im Winter

Im Frühjahr und Sommer ist es die Sonne, die Orchideen schnell zur Gefahr werden kann. Die hat im Winter deutlich weniger Power. Sonnenbrand und Co kommen daher nur noch selten vor. Dafür lauern im Winter ganz andere Gefahren für eure Orchideen auf der Fensterbank. Welche das sind und wie ihr eure Orchideen vor ihnen schützen könnt, dass erfahrt ihr jetzt.

1. Staunässe

Staunässe ist zwar das ganze Jahr über eine Gefahr für eure Orchideen und deren Wurzeln, im Winter nimmt das Risiko aber deutlich zu. Der Grund: Durch die kühleren Temperaturen und das geringere Lichtangebot – zu dem ich gleich auch noch komme – verbraucht die Orchidee weniger Wasser. Denn mit der Bildung neuer Blätter und Wurzeln fängt sie so richtig erst wieder im Frühjahr an. Auch ist die passive Verdunstung aus dem Topf generell geringer, so dass insgesamt einfach weniger Wasser gebraucht wird.

Man sollte also sein Gießverhalten unbedingt an die Jahreszeit und die Witterung anpassen und nicht an starren Regeln wie „einmal in der Woche kriegen meine Orchideen Wasser“ festhalten. Ich empfehle hier wie auch an anderer Stelle, einfach durch Anheben der Orchidee im Topf zu prüfen, ob sie schon Wasser braucht oder man noch etwas mit dem Wässern warten kann. Ist der Topf sehr leicht und die Wurzeln bei Phalaenopsis silbrig, ist es Zeit für den nächsten Tauchgang. Ist noch Restfeuchtigkeit im Topf enthalten – lieber warten bis die Orchidee wirklich völlig abgetrocknet ist.

 

Orchideen-Wurzeln

2. Zu wenig Licht

Die Winter sind in unseren Breitengraden mitunter recht düster. Die durch die Stellung von Erde zu Sonne eh schon geringere Lichteinstrahlung wird durch trübe, neblige Wintertage noch weiter reduziert. Da die Orchideen, die wir auf der Fensterbank kultivieren, überwiegend aus tropischen und subtropischen Gefilden stammen, sind sie solche Schwankungen des Lichtangebots höchstens durch zeitweise Beschattung durch Bäume gewöhnt.

Man sollte daher dafür sorgen, dass die Orchideen im Winter am möglichst lichtreichsten Fenster des Hauses oder der Wohnung stehen. Direkte Sonne wird im Winter, wenn sie denn mal da ist, meist sehr gut und ohne Probleme (z.B. Sonnenbrand) vertragen. Ab Anfang März sollte man mit der direkten Sonne zwar wieder aufpassen, aber bis dahin ist es ja noch eine Weile hin. Wenn es gar nicht anders geht kann man auch künstliche Pflanzenlichtquellen installieren und den Orchideen mittels Leuchtstoffröhren die benötigte Lichtmenge schenken. Das muss man ganz einfach testen und Wachstum und Blühfreudigkeit seiner Orchideen beobachten. Tut sich wenig bis nichts könnte Lichtmangel ein Faktor sein den es zu beheben gilt.

3. Trockene Heizungsluft

Ein weiterer Feind der meisten Orchideen ist die Heizung. Denn durch sie kann die Luft im Raum deutlich unter angenehme Werte sinken. Für Mensch und Orchidee sind Werte um die 60 % relative Luftfeuchte noch angenehm. In beheizten Räumen kann der Wert aber schnell deutlich unter 50 oder sogar 40 % fallen. Das muss sich nicht unbedingt direkt negativ auf die Orchidee auswirken, die wenigsten werden sofort ihren Dienst quittieren und eingehen.Es kann aber schon sein, dass es beispielsweise zu Knospenfall kommt.

Um die Orchidee zu einem möglichst guten Wachstum und zu einer reichen Blüte anzuregen schadet es aber generell nicht, die Luftfeuchte zu optimieren. Dies kann man beispielsweise tun, indem man öfter mal Wäsche im Orchideenzimmer trocknet. Für wen das keine Option ist oder wer die Luftfeuchte direkt bei den Orchideen dauerhaft erhöhen möchte, der kann Schalen mit Wasser zwischen die Orchideen oder noch besser, die Orchideen selbst auf Fensterbankschalen stellen. Das sind Schalen mit Gittern oben drauf, in die man Wasser füllen kann, welches dann langsam nach oben zu den Orchideen verdunstet. Eine sehr effektive Methode, mit der man die Luftfeuchte lokal rund um die Orchideen sehr gut erhöhen kann.

Orchideen Schale und das Gitter.

4. Kälteschock durch Zugluft

Eine weitere Gefahr lauert von draußen und kann eindringen, sobald Fenster zum Lüften geöffnet werden. Im Winter die Wohnung zu lüften ist wichtig, keine Frage. Bekommt eine Orchidee aber die direkte, eiskalte Zugluft mit, so kann ihr mit einem Schlag die Lust am Blühen vergehen. Es ist schon vorgekommen, dass eine Orchidee nach einmaliger Belastung durch Zugluft ihre kompletten Blüten auf einmal abgeworfen hat. Auch Blütenknospen sind gegenüber Kälte oft sehr empfindlich.

Knospenfall

Beim Orchideenkauf im Winter sollte man daher die Orchidee immer sehr gut einpacken, bevor man mit ihr aus dem Geschäft nach draußen geht. Und sich nur möglichst kurz mit ihr draußen aufhalten. Zuhause muss man schauen, wie man das mit dem Lüften hinkriegt, ohne die Orchidee der kalten Luft direkt und ohne Schutz auszusetzen. Vielleicht habt ihr ein Fenster an dem keine Orchideen stehen und das trotzdem den Raum gut lüftet? Oder eine Balkontür über die ihr lüften könnt? Schaut einfach was in eurer Wohnung möglich ist und seid achtsam damit eure Orchideen keinen Kälteschock kriegen.

Fallen euch noch weitere Gefahren für eure Orchideen im Winter ein? Und wie geht ihr mit ihnen um? Schreibt mir gerne einen Kommentar unter den Beitrag, ich bin gespannt. Und wünsche euch natürlich auch im Winter möglichst wenig Ärger mit euren Orchideen und möglichst viel Freude bei der Kultur.

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