Binenbrut – Foto © Pixabay

Bienenhaltung – Teil II

Der Juni ist für den Imker so, wie für die Bienen ein sehr arbeitsreicher Monat. Die Bienen haben bereits sehr viel Nektar eingesammelt, den sie jetzt zu Honig verarbeiten und konservieren müssen. Die Haupttracht ab Mitte/Ende April waren die Apfel- und Kirschbäume. Kurz danach stand der Raps in voller Blüte.

Meine Bienen waren ständig unterwegs. Ich habe sie bereits vor der Pforte zu meinem Garten gehört. Es war so viel los, wie auf dem Flughafen in Frankfurt oder München. Das Wetter war auch besonders bienenfreundlich. Bei uns hat es in den letzten zwei Monaten nur einmal geregnet. Für den Gärtner nicht ganz so optimal, weil zu trocken, für die Bienen gerade so perfekt.

Für den Imker ist die Zeit auch sehr wichtig, denn neben dem Honig sammeln, wollen sich die Bienen jetzt auch vermehren.
Sich vermehren heißt hier nicht nur mehr Bienen im Stock zu haben, was für den Imker gut ist, sondern aus einem Volk zwei zu machen. Es bedeutet, dass die Bienen sich eine neue Königin „machen“  damit die alte mit einem Teil des Volkes weg fliegen kann, um sich ein neues Zuhause zu suchen. Man könnte auch sagen, die Bienen vermehren sich durch Teilung ;-). Ein Volk wird in zwei geteilt. Dies nennt sich Schwärmen. Und gerade das will der Imker verhindern.  Es gibt zwei Gründe dafür: erstens wird dadurch das gebliebene Volk geschwächt und  zweitens haben die Bienen, die weggeflogen sind, weniger Chancen zu überleben. Es gibt keine natürlichen Behausungen mehr für Bienen. In der Stadt, aber auch auf dem Dorf, finden sie keine geeigneten Plätze, um sich niederzulassen und für den Winter vorzusorgen. Die einzige Chance für sie ist, dass sie von einem Imker gefangen werden.

Bienenschwarm – Foto © Pixabay

Bienenschwarm – Foto © Pixabay

Praktisch sieht es so aus, dass der Imker alle 7-8 Tage seinen Bienenstock durchsehen muss. Es wird aufgemacht und Wabe um Wabe nach sog. Weiselzellen abgesucht (eine Zelle, in der eine Königin gezüchtet wird).

Imker bei der Arbeit - Foto © A. Andresen

Imker bei der Arbeit – Foto ©  A. Andresen

Findet man eine, oder gleich mehrere, kann man davon ausgehen, dass die Bienen schwärmen wollen. Außer, dass keine Königin mehr im Volk ist. Es kann passieren, dass der Imker eine aus Versehen zerdrückt hat. Man macht es nicht mit Absicht, aber es passiert manchmal.
Jetzt ist auch die richtige Zeit, um neue Bienenvölker zu erschaffen. Man entnimmt ein paar Brutwaben mit Bienen aus einem starken Volk, und bildet ein neues Volk. Kurz danach werden die Bienen anfangen sich eine neue Königin zu züchten. So einfach geht es!

Binenbrut – Foto © Pixabay

Bienenbrut – Foto © Pixabay

Ich habe im Moment zwei Völker, das dritte ist in Arbeit.

Bienen im Garten machen einem Gärtner Freude. Meine Gartennachbarn freuen sich auch darüber. Manche säen jetzt auch bewusst mehr Pflanzen, die als Insektennahrung geeignet sind. Ich werde auch sehr oft gefragt, wann es denn Honig gibt. Es dauert aber noch ein paar Tage.

Ja, Bienen in einer Gartenanlage sind eine Bereicherung und ein Grund zur Freude. Wir hatten in den letzten Jahren kaum Insekten, jetzt fliegen überall meine Bienen!

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