Drachenbaum, Teneriffa, Kanaren,

Teneriffa – Drachenbäume, Bananen, blühende Yuccas und mehr

Drachenbaum, Teneriffa, Kanaren,

Foto: Christine Schonschek – Kanarische Drachenbäume gehören zu den endemischen Pflanzen Teneriffas.

Wer fliegt schon mitten im heißen Juli nach Teneriffa? Mein Mann und ich waren zu dieser Zeit dort und es hat sich einmal wieder gelohnt! Denn noch nie habe ich so viele blühende und riesige Yuccas gesehen wie bei diesem Aufenthalt. Natürlich gibt es dort auch noch zahlreiche Bananenplantagen und viele weitere Pflanzen zu entdecken – ob endemisch oder nicht. Vor allem solche, die uns als Mitteleuropäer begeistern, weil sie viel größer oder üppiger gedeihen als unsere Zimmerpflanzen.

Auf der aus einem Vulkanausbruch entstandenen Insel Teneriffa gibt es eine ganze Reihe von endemischen Pflanzen, also solche, die nur dort oder auf den Kanaren vorkommen. Dazu gehören unter anderem die Kanarische Kiefer (Pinus canariensis), der kanarische Drachenbaum (Dracaena draco), die Kanaren-Wolfsmilch (Euphorbia canariensis) sowie viele andere mehr. Neben diesen „Ureinwohnern“ gibt es auch viele andere Pflanzen, die dort ebenfalls sehr gut und üppig gedeihen. Die Kanarischen Kiefern sind ein Grund dafür, weshalb der Norden der Insel so schön grün ist. Denn mit ihren langen Nadeln „melken“ sie die Wolken. Das heißt, die feuchte Luft kondensiert an den Kiefernnadeln, tropft herunter und hält so den Boden gleichmäßig feucht.

Botanischer Garten, Jardin Botanico, Puerto de la Cruz, Teneriffa, Kanaren,

Foto: Christine Schonschek – Der Eingang zum Botanischen Garten „Jardin Botanico“.

Jardin Botanico
Das faszinierende an Teneriffa ist, egal zu welcher Jahreszeit man die Insel besucht, sie hat botanisch immer etwas zu bieten. Das begeistert mich als Pflanzenfreund immer wieder aufs Neue. Besonders reizvoll, weil so schön grün, ist der Norden der Insel. Das ist der Grund, weshalb es uns immer wieder nach Puerto de la Cruz zieht. Wer zum ersten Mal dort ist, sollte unbedingt einen Besuch im Jardin Botanico, dem Botanischen Garten, einplanen! Im Sommer zeigt das Weißfilzige Greiskraut (Jacobaea maritima), welches vor den Eingang gepflanzt wurde, seine gelben Blüten. Bei uns wird es auch Silberblatt bezeichnet und gerne in Herbstarrangements verwendet. Hinter dem Eingangsportal geht es nahezu dschungelverdächtig zu. Fast überwältigend sind die unterschiedlichen Luftwurzler, anfangen bei den typischen Aufsitzerpflanzen wie Tillandsien und Orchideen bis hin zum gigantischen Baum.

Playa Jardin, Puerto de la Cruz, Teneriffa, Kanaren,

Foto: Christine Schonschek – Ein besonders schöner Strand der Playa Jardin.

Playa Jardin
Nach der vielleicht schweißtreibenden Tour durch den Botanischen Garten tut eine Abkühlung gut. Wo? Na klar am Gartenstrand! Der heißt tatsächlich so. Bei unserem Besuch durfte freilich ein Abstecher zum Playa Jardin nicht fehlen. Nicht nur seines Namens wegen, sondern auch deshalb, weil er zu den schönsten Stränden der Insel zählen soll. Umgeben ist der Gartenstrand von einer hübsch angelegten Parkanlage in der allerlei tropische Blumen und Pflanzen wachsen. Wer zwar das Wasser mag, aber lieber geruhsam schwimmen will, dem kann ich nur einen Besuch des Lago Martianez ans Herz legen. Das ist eines der schönsten Meerwasser-Schwimmbäder Europas. Diese großzügige Anlage, die auch gärtnerisch sehr gepflegt ist, wurde vor über 40 Jahren vom Künstler César Manrique entworfen.

Sommer auf Teneriffa die Yuccas blühen

Foto: Christine Schonschek – Viele Yuccablüten gab es bei diesem Urlaub zu bestaunen.

Viele blühende Yuccas
Ein gutes Beispiel dafür, wie viel größer als unsere Zimmerpflanzen dort die Flora ist, sind die Yuccas. Wir brauchten uns nur umzublicken und sahen jede Menge blühende Palmlilien, die fälschlicher Weise oft Yucca-Palmen genannt werden. Okay, diese Pflanzen, die zur Familie der Spargelgewächse gehören, blühen zwar auch in unseren Breitengraden, brauchen dafür aber einen vollsonnigen Standort. Damit sie auch bei uns gut gedeihen, benötigen sie neben einem hellen Platz auch ein durchlässiges Pflanzsubstrat. Hierfür eignet sich Kokos-Erde sehr gut.

Bananenstaude

Foto: Christine Schonschek – Zahlreiche Bananenplantagen gibt es auf Teneriffa.

Bananenstauden
Ein wichtiger landwirtschaftlicher Erwerbszweig auf Teneriffa sind die Bananenplantagen. Oft sind die riesigen Blätter der Bananenstauden (Musa) stark zerfleddert vom Wind. Die Früchte der dort angebauten Bananen sind deutlich kleiner als die in Deutschland erhältlichen. Verkauft werden die kanarischen Bananen leider nur in Spanien. Sie schmecken zudem viel aromatischer. Deshalb sollte man unbedingt zugreifen, wenn die einheimischen Bananen angeboten werden – egal ob auf dem Buffet im Hotel oder in der Obst & Gemüseabteilung im kanarischen Supermarkt. Wer es gerne hochprozentig mag, sollte vielleicht mal einen Bananenlikör probieren. Die Tenereffinos empfehlen ihn gerne als Digestiv. Der goldgelbe Likör schmeckt aber auch gut als Aperitif.

Kulinarisches am Wegesrand
Der Tisch für Wanderer wird am Wegesrand gedeckt. Dort wachsen je nach Saison gelber Sauerklee oder auch Wildtomaten. Letztere bringen süße kleine Früchte hervor. Doch leider waren diejenigen, die wir entdeckt haben noch nicht reif. So musste dann das Naschen ausfallen. Auch von den wirklich lecker aussehenden Kaktusfeigen haben wir lieber die Finger gelassen. Denn ohne entsprechende Handschuhe würde das zu einer unangenehmen Erfahrung werden. Schließlich wissen sich die picksenden Früchte gut zu wehren.

Strelizien, Paradiesvogelblume, Papagienblume,

Foto: Christine Schonschek – Die Papageienblume ist auch zum mit nach Hause nehmen auf Teneriffa erhältlich.

Viele bunte Blüten
Ein besonderer Augenschmaus sind die zahlreichen Strelitzien (Strelitzia reginae). Sie sind im Übrigen eng mit den Bananen verwandt. Die äußerst dekorativen Pardiesvogelblumen sind häufig in üppig begrünten Park- und Gartenanlagen Teneriffas anzutreffen. Gerne werden sie aber auch den Touristen zum Kauf als Urlaubssouvenir angeboten – entsprechend reisekompatibel verpackt, versteht sich. Da bin ich jetzt nicht so der Fan für. Dafür kann ich dann meist bei den Saatgut-Päckchen oft nur schwer vorbeigehen. Zur Anzucht der exotischen Samen sind Zimmergewächshäuser echt super praktisch. Denn darin lässt sich sehr einfach ein Treibhausklima schaffen. Nochmal kurz zurück nach Teneriffa: Oftmals sind dort die Fassaden üppig mit Bougainvillea begrünt. Die ihre Hochblätter in den verschiedensten Farbschattierungen zeigen. Apropos Hochblätter, da kommt mir noch so eine Pflanze in den Sinn, nämlich der Weihnachtsstern (Poinsettia). Diese Kurztagspflanze ist bei uns eine beliebte Zimmerpflanze in der Advents- und Weihnachtszeit. Als ich zum ersten Mal die Exemplare in der freien Natur auf Teneriffa gesehen habe, war ich wirklich erstaunt. Diese unterscheiden sich deutlich von denen bei uns erhältlichen Weihnachtssternen. Denn unsere Zimmerpflanzen zeichnen sich durch einen gedrungen und dicht buschigen Wuchs aus. Ganz anders erscheinen die Poinsettien auf Teneriffa. Sie wachsen zwar manchmal sehr sparrig, werden dafür mehr als Mannshoch. Auch was die roten Hochblätter betrifft, sind diese nicht immer gleich üppig ausgeprägt. Natur halt. Bin mal gespannt, wie die Poinsettien bei unserem nächsten Besuch dort aussehen werden 😉

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>