Rosmarin, Stecklinge, Vermehrung

Rosmarin oder Lavendel durch Stecklinge vermehren

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Foto: Christine Schonschek – Rosmarin durch Stecklinge vermehren.

Mal ehrlich, wer kann von herrlich duftenden Kräutern wie Rosmarin und Lavendel im Garten schon genug bekommen? Ich ehrlich gesagt nicht. Jetzt im Frühjahr steht sowieso der Rückschnitt an, damit diese mediterranen Kräuter schön buschig bleiben. Das dabei anfallende Schnittgut ist perfekt für Stecklinge geeignet.

Der große Vorteil bei dieser sogenannten vegetativen Vermehrung ist, es werden identische Pflanzen gezogen. Zudem ist die Stecklingsvermehrung ideal für Ungeduldige, weil es schneller geht als die Anzucht aus dem Samen. Was man braucht und wie es geht, dazu hier mehr.

Triebe schneiden

Um Lavendel oder Rosmarin über Stecklinge vermehren zu können, sollten möglichst gesunde, kräftige Pflanzen vorhanden sein. Aber auch bei erkrankten Pflanzen kann durch die Stecklingsvermehrung versucht werden diese zu retten. Vorausgesetzt, die abgeschnittenen Teile sind frei von Schaderregern. Vom Lavendel- oder Rosmarin-Strauch werden fünf bis zehn Zentimeter lange Triebspitzen abgeschnitten. Bei beiden Kräutern  sollte man darauf achten nicht zu sehr ins alte Holz zurückzuschneiden, sondern, wenn möglich, nur die junge grüne Triebe zu schneiden. Wichtig ist zudem, dass die Gartenschere sauber und möglichst scharf ist.

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Foto: Christine Schonschek – Mit einer sauberen, scharfen Schere werden die Rosmarin Stecklinge geschnitten.

Untere Blätter entfernen

Von den abgeschnittenen Triebspitzen entfernt man die unteren Blätter, so dass nur noch oben ein paar Blattreihen stehen bleiben. Mit ein wenig Fingerspitzengefühl – der Steckling soll ja nicht verletzt werden – geht das schnell von der Hand.

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Foto: Christine Schonschek – Die unteren Blätter am Steckling komplett entfernen.

Obere Blätter einkürzen

Der Steckling sollte seine Kraft auf das Ausbilden neuer Wurzeln konzentrieren können. Wenn noch zu viele Blätter mit Wasser versorgt werden müssen, ist das aber schwierig. Also ist es sinnvoll die Blätter oben um rund zwei Drittel einzukürzen. So wird die Oberfläche der Blätter verkleinert und gleichzeitig die Verdunstung reduziert. Auch hier sollte eine saubere, scharfe Schere verwendet werden.

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Foto: Christine Schonschek – Bei den Rosmarin Stecklingen die oberen Blattspitzen einkürzen.

Pflanztopf vorbereiten

In einen Pflanztopf nährstoffarme Erde füllen und etwas andrücken. Als Pflanzsubstrat können Anzuchterde oder Kokos-Quelltabletten verwendet werden. Wichtig ist, dass es durchlässig ist. Sollte dies nicht der Fall sein, kann das Substrat gerne mit etwas Sand oder Perlite vermischt werden. Um die Wurzelbildung anzuregen ist es empfehlenswert etwas Bewurzelungspulver in das Substrat zu geben. Anschließend nochmal ein wenig Erde darüber streuen und das ganz gut befeuchten.

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Foto: Christine Schonschek – Um die Wurzelbildung zu fördern hilft Bewurzelungspulver.

Triebe in die Erde stecken

Die vorbereiteten Triebe einzeln in die Erde stecken. Sie werden so tief hineingesteckt, dass nur oben die eingekürzten Blätter herausschauen. Bei den Stecklingen, die sich nicht so leicht in die Erde setzen lassen – sie sollen dabei ja nicht abbrechen – kann mit einem dünnen Holzspieß ein Loch vorgebohrt werden. Als Erinnerungsstütze noch einen Pflanzenstecker mit Bezeichnung und Datum beschriften und in den Pflanztopf geben.

 

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Foto: Christine Schonschek – Rosmarin Stecklinge im gut angefeuchteten Pflanzsubstrat.

Treibhausklima und geschützter Standort

Damit die Rosmarin- oder Lavendel-Stecklinge bald Wurzeln schlagen ist ein Treibhausklima ideal. Um das zu erreichen, kann eine durchsichtige Plastiktüte über den Pflanztopf gestülpt werden. Alternativ ist auch ein Gewächshaus- oder Anzuchthaus ein guter Platz, weil dort die Stecklinge ideale Bedingungen vorfinden. Dieses kann jetzt im Frühjahr auch draußen an einem geschützten Platz aufgestellt werden. Ein heller, halbschattiger Standort möglichst ohne Mittagssonne wäre ideal. Wenn Nachtfröste drohen sollten die Stecklinge die Nacht über in einen frostfreien Raum gestellt werden.

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Foto: Christine Schonschek – Das Treibhausklima im Zimmergewächshaus ist ideal für Stecklinge.

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