Hüpf-Pflanzen

Petras Gartenkolumne: Es werde Licht! Es werde Grün!

Ich weiß, ich bin mit dem Gefühl nicht alleine und kürzlich wurde auch in den Medien darüber berichtet: So duster wie der Winter 2016/2017 war bisher keiner. Nun sind unsere Fenster im Verhältnis zur Wandfläche ohnehin zu klein (ich sage nur: 30er-Jahre-Siedlung), aber in den anderen Wintern hatte ich ja auch nicht den Eindruck, ich säße den ganzen Tag über in einem Kartoffelsack.

Dabei ist reichlich Innenbeleuchtung vorhanden. Sogar eine Pflanzenlampe hat hier Einzug gehalten, auf dass sie die riesige Efeutute in der Ecke neben dem Fenster bei Laune halte.

Eine Pflanzenlampe für den Scindapsus

Eine Pflanzenlampe für den Scindapsus

Aber das reicht mir nicht. Ich brauche Grün um mich herum! Und so habe ich kürzlich ein paar Hüpf-Pflanzen gekauft. Das sind die Pflanzen, die beim Einkauf im Supermarkt einfach in den Wagen hüpfen, damit ich sagen kann: „Das war ich nicht!“

Die berüchtigten Hüpf-Pflanzen ;-)

Die berüchtigten Hüpf-Pflanzen ;-)

Zunächst beim Reichelt um die Ecke: Eine Dracena, eine Schefflera, ein Philodendron, eine Calathea, ein Lucky Bamboo und eine Hyazinthe. Später folgte noch eine Beaucarnea, die dem ebenfalls neu erstandenen Zimmerspringbrunnnen Gesellschaft leistet. Allerdings werde ich diesen Elefantenfuß erstmals durch eine künstliche Pflanze ersetzen. Genaugenommen durch eine künstliche Efeutute, mit deren Eintreffen hier stündlich gerechnet wird. Warum? Ihr ahnt es: Es ist an dieser Stelle einfach zu dunkel in diesem Winter und Elefantenfüße mögen es hell.

Bei Lidl entdeckte ich schließlich Hüpf-Kakteen in meinem Wagen, die sich schön vor meinem Hintergrund machen:

Kakteensammlung
Früher kannte ich mich mit Kaktusnamen sehr gut aus; ich konnte sogar stundenlang in unbebilderten (!) Kakteenkatalogen schmökern (ich war offensichtlich schon immer ein wenig sonderbar). Aber dieses Wissen ist im Alltagstrubel verloren gegangen und es war auch nicht sehr hilfreich, dass an allen vier Kakteentöpfen „Cactus“ stand …

Doch egal, wie sie heißen, sie lindern meine Sehnsucht nach etwas Grünem. Und auch Kind 4 traut sich endlich an Pflanzen heran und so sind zwei der Stachler nach oben auf ihr Fensterbrett gezogen.
Im Laufe des Januar gesellten sich noch zwei Sukkulenten (Euphorbie und Crassula ‚Gollum‘), sowie eine Monstera dazu. Letztere vervollständigt nun den Dschungel auf meiner 70er-Jahre-Stereoanlage.

Plantgang auf der alten Stereoanlage

Plantgang auf der alten Stereoanlage

Und reichlich umgetopft habe ich! Immer so ein- zwei Pflanzen am Tag, weil für mehr keine Zeit blieb. Aber nun haben die meisten frische Erde.

Was nicht so der Hit war: Dieffenbachie und Philodendron aus Wasserhaltung in Erde zu topfen. Ich habe beim Philodendron glücklicherweise diverse Triebe abgeschnitten, geteilt und in Wasser bewurzeln lassen, aber der vier Meter lange Trieb, den ich dran ließ und über meinem Wohnzimmerfenster drapierte, fand die Umstellung ziemlich uncool und entwickelt gelbe Blätter. Nunja, Versuch macht kluch. Dafür wurzeln die Teilabschnitte eines gekappten Drachenbaums freundlich vor sich hin, und ich habe zwei Opuntienbabys entdeckt, die ich aus Samen gezogen habe, jippieh!

Meiner neu erwachten Kakteenliebe habe ich neue Nahrung gegeben, indem ich mit Tochter und Enkelin während des Dreitagefrühlings (doch, es gab in diesen finsteren Zeiten in Berlin für drei Tage strahlenden Sonnenschein!) den Gewächshäusern des Botanischen Gartens einen Besuch abstattete. Und da ging es mir dann richtig gut. Denn nicht nur Pflanzen, auch (Zimmer-)Gärtner brauchen Sonne.

Kakteenglück
Petra A. Bauer, Februar 2017

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