Honigbiene in meinem Garten

Imkern macht Spaß!

Es ist jetzt mein drittes Jahr mit den Bienen.

Als ich angefangen habe, wusste ich kaum etwas darüber, nur dass die Bienen leckeren Honig produzieren und dass sie an Pestiziden und anderen widrigen Umständen sterben.
An dem Tag, als ich mein erstes eigenes Bienenvolk bekommen habe, und dann zum ersten Mal bei den Bienen Arbeiten musste, wurde mir klar, dass ich auf einmal mehrere Tausend neue Haustiere bekommen habe und mich um sie kümmern muss.  Aber wie? Das lernt man am besten bei einem erfahrenen Imker. Aus dem Buch oder mit Youtube geht es nicht 😉

Honigbiene in meinem Garten

Honigbiene in meinem Garten

Jetzt nach über zwei Jahren habe ich gelernt, dass ich gerade ganz am Anfang bin. Als Jungimkerin habe ich immer noch ganz viele Fragen und Probleme zu bewältigen und immer wieder etwas Neues zu lernen. Leider passiert es immer wieder, dass ich etwas falsch mache. Manchmal hat es gravierende Folgen, aber immer lernt man dadurch. Glücklicherweise habe ich ein paar Notfall-Telefonnummern 😉
Ja, ich gebe zu, ich bin noch eine Anfängerin!
Es werden noch Jahre vergehen bis ich sagen kann, ich habe es drauf. Vielleicht schaffe ich es auch noch, jemanden zum Imkern zu überreden. Dafür braucht man überzeugende Argumente.

Bienenhaltung

Das erste was einem in den Sinn kommt ist natürlich der Honig. Wenn ich nur beschreiben könnte, wie eine volle Honigwabe riecht!  Wenn ich den Honig schleudere, habe meine Belohnung für die ganze Arbeit. Ich bin dann so glücklich über die Bienen, dass ich sie alle gleich umarmen möchte, was natürlich keine gute Idee wäre ;-). Wenn ich mir überlege, wie viele Bienen wie oft für ein Kilo Honig rausfliegen müssen. Ein paar Infos dazu sind hier nachzulesen.

Es ist aber deutlich mehr als nur der Honig. Ich habe ein wenig das Gefühl, als Hobbyimkerin ernster genommen zu werden, als nur eine Hobbygärtnerin zu sein. Ich beobachte, dass meine Mitmenschen, vor allem die Gartennachbarn etwas mehr darauf achten, was sie in ihren Gärten pflanzen und sähen. Und dass sie ja kein Gift mehr nehmen, das meinen Bienen schaden würde. Ich finde es Klasse!
Davon profitieren natürlich auch andere Insekten, denn wo eine Bienenweide ist, finden auch andere Insekten Futter. Natürlich werde ich immer wieder mal gefragt, wann es frischen Honig gibt. Wenn es soweit ist und der Honig in Gläser abgefüllt und verkauft wird, freue ich mich dann tierisch auf das Feedback. Immerhin waren das meine Bienen, die die Gläser gefüllt haben!
Hier eine Buchempfehlung: Mein Bienengarten: Bunte Bienenweiden für Hummeln, Honig- und Wildbienen

Die Arbeit mit Bienen hat aber auch einen anderen Vorteil: Stressabbau!
Es ist wirklich so. Egal wie genervt oder frustriert ich war, bei der Arbeit mit den Bienen komme ich immer zur Ruhe. Ich arbeite langsam und ruhig, denn wenn ich hektisch werde, merken es die Bienen und werden auch unruhig. In dem Fall ist unruhig sein ganz schlecht. Eine genervte Biene kann zustechen, und wenn eine gestochen hat, dann können noch weitere stechen! Aber keine Sorge, meine Bienen sind gechillt :-)
Ich hatte bisher nur einen einzigen Stich, und das seit über zwei Jahren. Ich hoffe, das bleibt so.

In den letzten Jahren ist das Thema Bienen und Bienensterben überall präsent und ich finde es ist gut so. Biene Maja würde sich sehr darüber freuen.

Die Bienenhaltung hat auch noch eine ganz andere Nebenwirkung. Hat man ein Volk, will man ein  zweites haben. Nach dem zweiten will man ein drittes, usw.  Ich habe im Moment fünf Bienenvölker.

Meine ersten zwei Völker, drei weitere an einem anderem Standort

Meine ersten zwei Völker, drei weitere an einem anderem Standort

Ein Imkerkollege hat innerhalb von wenigen Jahren 20 Völker stehen gehabt, bis er eines Tages gemerkt hat, dass es doch viel zu viel ist. Nicht nur zu viel Honig zum Verkaufen, sondern auch jede Woche sehr viel Arbeit.
In der Zeit von ca. Anfang April bis Ende August muss man wöchentlich Durchsichten machen. Das heißt, es wird jede Bienenbeute aufgemacht, und Wabe für Wabe durchgesehen. Man macht das, um den Zustand des Volkes zu beurteilen. Es ist wichtig für die Gesundheit der Bienen. Tut man das nicht, es kann passieren, dass man eines Tages keine Bienen mehr hat, oder nur die Hälfte davon.

Damit es meinen Bienen gutgeht mache ich alles was nötig ist. Auch wenn es bedeutet, bei der Hitze im Ganzkörper-Imkeranzug zwei Stunden auszuhalten.  Wat mutt dat mutt!

Ja, so ist das Leben mit den Bienen! Es macht auf jeden Fall große Freude. Ich beobachte sie gerne, wie sie rein und rausfliegen, oder wenn sie auf einer Blüte den Nektar oder die Pollen sammeln. Manchmal prügeln sie sich, wenn zwei Bienen dieselbe Blüte anfliegen.
Ein Garten mit Bienen ist viel schöner als ein Garten ohne sie! Eine Sache bereue ich doch, dass ich nicht schon früher damit angefangen habe, aber besser spät als gar nicht.

 

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