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5 Tipps für den Orchideenkauf

Früher waren Orchideen hier in unseren Gefilden seltene Schätze, ihr Kauf beschwerlich und teuer. Heute dagegen kann man an jeder Ecke Orchideen kaufen – oft zu erstaunlich günstigen Preisen. Ob Supermarkt, Baumarkt oder Blumenladen, überall verführt einen die schöne Blütenpracht. Damit man aber Zuhause mit den neu gekauften Schätzen keine böse Überraschung erlebt – Schädlinge, verfaulte Wurzeln, Kälteschäden und Co. – möchte ich euch heute fünf Tipps geben, worauf ihr beim Orchideenkauf achten solltet.

 

Auf diese Dinge solltet ihr beim Orchideenkauf achten

 

1. Feste Wurzeln

Orchideen stehen nicht umsonst meist in durchsichtigen Töpfen. Das gibt einem Gelegenheit, sich schon im Geschäft zu vergewissern, dass mit den Wurzeln alles in Ordnung ist. Gesunde Wurzeln sehen, wenn sie frisch gewässert sind, kräftig grün aus – zumindest die der meisten Orchideen. Bei Frauenschuhen sind die Wurzeln braun mit Härchen, aber ebenso kräftig und prall. Trockene Wurzeln sind eher silbrig statt grün, aber keinesfalls eingefallen oder durch die Trockenheit zusammengekräuselt.

IMG_1593 Wenn die eigentlichen grünen Wurzeln eher braun und vor allem matschig erscheinen wurde zu viel gewässert und ein Fäulnisprozess hat begonnen. Sind viele der Wurzeln davon betroffen würde ich persönlich die Pflanze im Laden stehen lassen. Man kann sie zwar mit viel Liebe und Geduld zuhause wieder aufpäppeln, so dass sie neue Wurzeln treibt, hat aber keine Garantie, dass die Pflanze durchkommt.

 

 

2. Gesunde Blätter

Nach den Wurzeln sollte man sich die Blätter der Orchidee genau anschauen. Sie sollten fest und sattgrün sein, möglichst keine gelblichen oder bräunlichen Verfärbungen, Risse oder Einkerbungen aufweisen. Hängen sie schlaff herunter und fühlen sich weich an, so hat die Pflanze entweder schon länger kein Wasser mehr gesehen oder zu viel Wasser, so dass die Wurzeln weggefault sind. An den Blättern erkennt man also im Zweifel auch, wie es um die Wurzeln bestellt ist. Für den Fall, dass die Orchidee nicht in einem durchsichtigen Töpfchen sitzt ist das sehr praktisch, denn man wird sie dann im Laden wohl kaum austopfen können :-).

Bei Phalaenopsis-Orchideen und auch bei anderen Orchideengattungen ist es übrigens kein Zeichen, dass etwas nicht stimmt, wenn die untersten Blätter bzw. allgemein die ältesten Blätter gelb sind. Das ist der ganz normale Alterungseffekt und sollte einen nicht vom Kauf abhalten. Wichtig ist, dass die jungen Blätter saftig, grün und einfach gesund aussehen.

 

3. Schädlingsfreiheit

Ein sehr wichtiger Punkt, vor allem wenn man schon die eine oder andere Orchidee zuhause hat, ist es die Schädlingsfreiheit eines potenziellen Neuzugangs zu überprüfen. Denn im schlimmsten Fall können durch eine neue Pflanze eingeschleppte Schädlinge ganze Orchideenbestände auslöschen oder zumindest schwer schädigen. Leider ist es nicht immer ganz einfach Schädlinge auf einem Blick zu erkennen. Manche sind mit bloßem Auge nicht sichtbar, andere hinterlassen erst später sichtbare Schäden auf Blättern oder Wurzeln.

Sehr gut zu erkennen sind beispielsweise Wollläuse. Die kleinen Tierchen sehen aus wie Wattebäusche und hinterlassen auf den Blättern und Blüten eben solche weißen, wattigen Spuren. Entdeckt ihr solche Spuren an einer Orchidee, lasst sie lieber stehen. Gespinste an den Blättern oder im Substrat können zum Beispiel ein Hinweis auf Spinnmilben sein. Also ebenfalls lieber stehen lassen. Fraßspuren an Blättern oder Blüten, merkwürdige dunkle Punkte auf den Blättern oder merkwürdig verformte Blüten sind ebenfalls kein gutes Zeichen.

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Wolllausbefall

 

Generell sollte man neu gekaufte Orchidee erst einmal eine Zeit lang separiert stehen lassen und beobachten, ob sich in Sachen Schädlingen etwas tut. So kann man im Fall der Fälle schnell reagieren und riskiert nicht dass sich die anderen Orchideen anstecken.

 

 

 

 

4. Wuchsform

Ein weiterer Punkt, auf dem man beim Orchideenkauf achten sollte, ist die Wuchsform der Orchidee. Damit meine ich, dass die Orchidee einen gesunden Wuchs hat. Knitterige Blätter – auch Ziharmonikablätter genannt – können beispielsweise ein Hinweis darauf sein, dass die Orchidee sehr regelmäßige Wassergaben braucht. Auch wurzelnackt wachsende Orchideen benötigen regelmäßig Wasser. Vor dem Kauf sollte man sich also die Fragen stellen: Passt das wirklich in den eigenen Tages- und Wochenrhythmus? Und wer kümmert sich während der Urlaubszeit?

Bei Phalaenopsis sollte man beim Kauf darauf achten, dass aus dem Herz kein Blütentrieb wächst. Denn dies bedeutet auf längere Sicht den sicheren Tod für die Orchidee, da sie keine neuen Herzblätter mehr bilden kann. Man hat also viel kürzer Freude an ihr als es der Fall sein müsste.

Generell ist es so, dass einige Orchideen eher klein bleiben, andere aber richtig groß und monströs werden können. Auch das sollte einem beim Kauf bewusst sein und man sollte sich fragen, ob man der wachsenden Orchidee auf Dauer den benötigten Platz bieten kann. Ich denke da zum Beispiel an Cymbidium-Orchideen, die richtige Brummer werden können. Zudem haben Cymbidien auch spezielle Standortansprüche und sind deshalb nicht für jede Wohnung geeignet. Womit wir auch schon beim fünften und letzten Tipp wären.

 

5. Standortansprüche

Zu guter Letzt, aber nicht minder wichtig, ist es ratsam sich schon im Geschäft über die Standortansprüche der ins Auge gefassten Orchidee zu informieren. Denn nicht jede Art und jede Gattung möchte gleich kultiviert werden. Die einen mögen es eher warm, die anderen temperiert und manche sogar recht kühl. Einige benötigen mehr Licht, andere weniger. Und manche Orchideen wollen sogar eine Ruhezeit haben in der sie wieder andere Ansprüche haben als während der Wachstums- und Blütephase.

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Eine Cymbidium kann leicht schulterhoch und entsprechend breit und wuchtig werden.

Nur wenn man der Orchidee ein Plätzchen bieten kann, welches ihren Ansprüchen enstpricht, wird sie es mit gutem Wachstum und Blütenpracht danken. Also lieber nur Orchideen kaufen für die man ein Plätzchen hat dass ihnen uneingeschränkt gefällt. So hat man mehr Freude an ihnen.

Übrigens: werden Orchideen in der kalten Jahreszeit vom Händler draußen gelagert, solltet ihr vorsichtig sein. Ein Kälteschaden kann sich auch noch Tage oder Wochen später zeigen.

 

Wer besondere Orchideen in besonders guter Qualität kaufen möchte, der sollte einen auf Orchideen spezialisierten Händler aufsuchen. Viele von ihnen haben auch einen Onlineshop. Welche Händler es in Deutschland gibt habe ich in meinem Beitrag Deutschland, deine Orchideenhändler für euch zusammen gestellt. Oft sind die Händler auch auf Ausstellungen zu finden. Auf meinem Blog findet ihr deshalb auch einen Orchideen-Veranstaltungskalender. Und nun wünsche ich euch viel Spaß beim Orchideenkauf und viel Freude mit euren Orchideen.

2 Kommentare zu “5 Tipps für den Orchideenkauf

    • Hallo Nadin,

      sorry, dein Kommentar ist mir bisher durch die Lappen gegangen. Bei leichtem Befall kannst du die Wolläuse absammeln und immer wieder abspülen und hoffen, dass du alle erwischst und sie irgendwann eliminiert sind. Bei heftigerem Befall habe ich gute Erfahrungen damit gemacht, die Orchideen in einer Mischung aus Wasser und Neem-Öl zu tauchen. Die ganze Pflanze im Abstand von zwei Wochen jeweils ein Mal komplett in die Mischung tauchen und dann sollten die Tierchen eigentlich beseitigt sein.

      Viele Grüße Jessica

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