Schildlaus

Schädlinge im Winter- Die Flucht in den Innenraum

Der späte Herbst mit seiner wechselhaften Witterung, den kühlen bis kalten Nächten, dem Regen, sowie den alljährlichen Herbstwinden deutet bereits an, dass die Heizperiode beginnt. Ist es draußen ungemütlich, haben wir es zumindest in unserer Wohnung angenehm warm. Ein Punkt der nicht nur uns gefällt, sondern auch der wilden Natur, in diesem Fall einer großen Anzahl von verschiedenen Schädlingen, die sich ebenfalls auf den Winter vorbereiten und diesen am Liebsten bei uns in der warmen Wohnstube verbringen möchten.

 

Die fast schon alltägliche Frage, mit einem leicht verwunderten Unterton hervorgebracht, “Wo kommen denn die Schädlinge her?“, trägt eine banale Antwort in sich, „Von draußen!“.
Der Befall durch verschiedene Lausarten, Spinnmilben wie auch Thripse an Zimmerpflanzen nimmt in den Wintermonaten sprunghaft zu. Ein großer Teil überwintert in der freien Natur, in Baum- und Rindenspalten, Knospenschuppen oder durch Eiablage im Oberboden und Herbstlaub. In der Stadt bieten sich zu dem noch Fassaden an, Spalten unter Dachziegel, Wasser- und Abflussrohre, sowie Fensterrahmen und Balkone.
In diesem Zusammenhang ist es nicht verwunderlich, wenn die eine oder andere Laus der Verlockung einer geheizten Wohnung nicht widerstehen kann und beim Lüften schnell in den Innenraum sprintet. Das „sprintet“ ist nicht ironisch gemeint, denn es ist tatsächlich ein Sprinten. Wolläuse benötigen zum Beispiel für eine Strecke von 100 cm im Schnitt nur 4 bis 6 Sekunden, das ist durchaus schnell. Spinnmilben und andere sind nicht viel langsamer, gerade wenn das geheizte Winterquartier lockt.

 

Wie kann ich nun eine Invasion der Schädlinge vermeiden? Nun ja, komplett ausschließen kann man einen Befall nie, jedoch können ein paar natürliche Verhaltenweisen und Regeln die Wahrscheinlichkeit verringern.
Zum einen sollte das Stoßlüften der Wohnräume am Besten morgens erfolgen. Die Tiere sind durch die kalte Nacht noch sehr träge und bewegen sich sehr langsam, wenn überhaupt. Eine Flucht in den Innenraum stellt sich daher als eher schwierig dar. Weiterhin sollten Fensterbänke wie auch Fensterrahmen, Heizungsrippen in regelmäßigen Abstanden geputzt werden. 😉 Gerade ältere Tiere verweilen nicht immer auf den Pflanzen, sondern legen dort nur Eier ab, sie selber verweilen bis zu sechs Monaten ohne Saugtätigkeit in irgendeiner Fuge.

 

Im Falle eines Befalls, ist es natürlich immer gut sehr frühzeitig zu reagieren, um ein massives Ausbreiten des Schädlings auf der Pflanze zu vermeiden. Dabei helfen uns die starken chemischen Pflanzenschutzmittel nur sehr eingeschränkt, da diese in der Regel sehr gut auf den lebenden Schädling wirken, aber der Wirkungsgrad auf Eiablagen und Jungstadien eher eingeschränkt ist. Besser ist es in diesem Fall mit fertigen Mischprodukten aus Raps- oder Paraffinöl, mit einem natürlichen Kontaktinsektizid Neem oder Pyrethrum zu arbeiten. Die Öle wirken sehr gut gegen die Eiablagen – das Insektizid gegen den Schädling. In dieser Kombination gibt es viele auch für den Innenraum zugelassen Pflanzenschutzmittel, die für den Laienanwender geeignet sind.
Worauf man verzichten sollte im Winter ist der Einsatz von Stäbchen oder Granulaten. Deren Wirkung basiert auf dem Aufläsen des Produktes im Wurzelballen. Das bedeutet nur durch regelmäßiges Gießen löst sich genügend Wirkstoff, der von der Pflanze auch aufgenommen werden kann. Im Winter gießen wir jedoch nicht mehr so häufig, da der Wasseranspruch aufgrund der verminderten Photosyntheserate (weniger Licht durch natürlichen Kurztag) stark sinkt. Die Wirkung durch Stäbchen und Granulaten ist deshalb im Winter wirklich zu vernachlässigen.

 

Bleibt zum Schluss nur noch der Klassiker als Tipp übrig, die Pflanze den augenblicklichen Umweltfaktoren nach zu behandeln und durch wurzelpflegende Bakterien- und Algenpräparate zu stärken, damit sie sich vital den Herausforderungen des Winters selbst stellen kann.

 

Schildlaus

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Thrips

Thrips

 

Spinnmilben

Spinnmilben

 

Wolläuse

Wolläuse

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