Tütchen für Saatgut, © Melanie Öhlenbach / Kistengrün

Saatgutbörsen: Warum Pflanzensamen tauschen noch mehr Spaß macht als kaufen

Saatgut muss du nicht immer kaufen. Es gibt auch viele Möglichkeiten, Pflanzensamen zu tauschen. Das ist nicht nur günstiger, sondern macht auch noch Spaß!

Selbst gebastelte Samentütchen, © Melanie Öhlenbach / Kistengrün

Schön und individuell verpackt: Saatgut aus Tauschaktionen.
© Melanie Öhlenbach / Kistengrün

Im Winter wälze ich gerne mal Saatgutkataloge oder klicke mich durch das Angebot von Online-Shops. Es gibt so viele tolle Pflanzen, die ich gern einmal selbst anbauen möchte: exotische Kräuter, alte Gemüsesorten und wunderschön anzusehende Blumen, deren Blüten man auch noch essen kann!

Allein auf meinem Balkon ist leider zu wenig Platz für all die herrliche und leckere Vielfalt. Und so stehe ich fast jedes Jahr vor dem gleichen Problem:

Entweder säe ich dasselbe aus wie im Jahr davor, schließlich habe ich noch Saatgut übrig und / oder frisches selbst geerntet. Wie langweilig!

Oder ich kaufe neues Saatgut und habe irgendwann einen riesigen Berg an Samenkörnern, von denen ich die Hälfte wegwerfe, weil sie nicht mehr aufgehen.

Was für eine Verschwendung!

Tauschen statt kaufen

Versteh mich bitte nicht falsch: Ich weiß, dass Saatgutproduzenten und -Verkäufer ihren Lebensunterhalt damit verdienen, Pflanzensamen zu verkaufen. Aber so ganz nachhaltig kann es doch auch nicht sein, dieses Immer-wieder-neu-kaufen…

Melanie_Saatgut-tauschenOffensichtlich bin ich aber nicht die Einzige, die so denkt. Denn es gibt inzwischen eine ganze Reihe an Möglichkeiten, Saatgut zu tauschen. Und damit meine ich nicht nur mit dem Schrebergärtner von nebenan.

Ich habe in den vergangenen Jahren einige diese Möglichkeiten ausprobiert und muss sagen: Jede hat ihren Reiz, alle bringen in der Regel ziemlich viel Spaß!

Pflanzensamen tauschen: offline

Abgesehen von besagten Nachbarn veranstalten inzwischen einige Vereine und Initiativen auch vielerorts Saatgut-Tauschbörsen, bei denen Hobbygärtner ein oder zwei Mal im Jahr Pflanzensamen weitergeben. Eine Liste von Saatgutbörsen dazu findest du zum Beispiel auf der Webseite des Vereins zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt (VEN).

Auf der Saatgutbörse, © Melanie Öhlenbach / Kistengrün

Auf vielen Saatgut-Tauschbörsen kannst du Pflanzensamen selbst abfüllen.
© Melanie Öhlenbach / Kistengrün

Ich besuche gern solche Veranstaltungen, weil ich beim Stöbern immer mal wieder auf Gemüse, Kräuter oder Blumen stoße, die ich nicht so auf dem Schirm hatte oder gar nicht kannte.

Außerdem kommt man mit anderen Hobbygärtnern schnell ins Gespräch und kann sich mit ihnen austauschen: über Sortenvielfalt, Saatgutgewinnung und Lagerung. Über Anbauweisen, optimale Standorte und Bodenbeschaffenheit. Und natürlich übers Wetter! 😉

In deiner Stadt oder deinem Dorf gibt es keine Tauschbörse oder du hast sie gerade verpasst? Dann schau doch mal, ob es auch fest installierte Tauschbörsen wie zum Beispiel die Saatgutboxen der Initiative „Freies Saatgut für alle“ gibt. Sie funktionieren wie öffentliche Bücherschränke: Jeder darf Tüten mit reinem, samenfestem Saatgut herausnehmen, hineinlegen oder beides.

Saatgut-Tauschboxen, © Melanie Öhlenbach / Kistengrün

Solche Tauschboxen gibt es vielerorts auch fest installiert.
© Melanie Öhlenbach / Kistengrün

Natürlich kannst du auch bei dir zuhause oder im Garten eine kleine Tauschbörse veranstalten. Lade einfach mal ein paar Freunde und Bekannte ein, die ebenfalls gerne gärtnern! Bei Kaffee und Kuchen macht Saatgut und Erfahrungen tauschen gleich viel mehr Spaß. :-)

Pflanzensamen tauschen: online

Meine erste Erfahrung mit Online-Tauschbörsen habe ich vor ein paar Jahren über eine Blogger-Aktion gemacht. Ein Balkongarten-Blogger hatte zu einer Samenrotation aufgerufen und wir konnten eigenes Saatgut und eine Liste mit Wünschen (Gemüse, Kräuter oder Blumen) einsenden.

Der Organisator hat die Samentütchen dann verteilt und in den beigelegten, frankierten Rückumschlägen zurückgeschickt. So hatte er keine Kosten zu tragen – und ich bekam jede Menge bunter Tütchen von Hobbygärtnern aus der gesamten Republik. Das war ein bisschen wie Weihnachten! :-)

Tütchen für Saatgut, © Melanie Öhlenbach / Kistengrün

Bei meiner ersten Teilnahme an einer Saatgut-Tauschaktion habe ich viele tolle Samen zugeschickt bekommen. :-)
© Melanie Öhlenbach / Kistengrün

Der Reiz einer solchen Samentauschaktion: Man weiß nie, was man erhält. Und ich lernte auf diese Weise andere Blogs und Blogger kennen. Darüber hinaus hatte ich jede Menge Ideen für das Basteln von Samentütchen! :-)

Wenn du weniger Wert auf Überraschungen legst oder bestimmte Samen suchst, kannst du bei Online-Börsen wie zum Beispiel Saatgut-tauschen.de bestimmte Pflanzen gezielt „bestellen“ oder Kategorien wie Kräuter, Gemüse und Blumen angeben.

Auch in den sozialen Netzwerken wie Facebook und Google+ gibt es inzwischen einige Gruppen, in den Hobbygärtner ihre Schätze – und manchmal auch ihre Erfahrungen damit – teilen. Auch bei Twitter wurde im vergangenen Jahr zu einer Tauschaktion aufgerufen. Ich habe dadurch zum ersten Mal Karotten auf dem Balkon anbauen und ernten können – super Sache! :-)

In diesem Sinne: #machwasdraus – und viel Spaß dabei!

Briefumschlag im Briefkasten, © Melanie Öhlenbach / Kistengrün

Juhu! Saatgut-Post! :-)
© Melanie Öhlenbach / Kistengrün

Kennst du auch eine tolle Tauschbörse für Saatgut? Dann freuen wir uns über deinen Kommentar!

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