Bei warmen Wetter ab an die frische Luft – Foto © Pixabay

Die 5 häufigsten Anzuchtfehler

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  1. Zu früh ausgesät

Für uns Hobbygärtner ist es nie zu früh damit anzufangen. Bereits im Januar werden die ersten Aussaaten gemacht. Ich habe mit Peperoni begonnen. Allerdings habe ich ein Mini-Gewächshaus mit Pflanzenlampe, das auf einer sonnigen Fensterbank im Wohnzimmer steht. Damit bekommen die Pflanzen ausreichend Licht und Wärme. Später, Ende April, werden sie ins Gewächshaus ausgepflanzt. So kann ich schon ab Juli ernten.
Die Peperoni und Paprika sind aber eine Ausnahme. Für die meisten Gemüse und Blumen ist es jetzt noch viel zu früh. Vor allem für alle wärmeliebenden Pflanzen wie Gurken, Tomaten, Kürbisse, die erst in der zweiten Maihälfte ausgepflanzt werden dürfen. Im Februar ausgesät, würden sie bereits im April große Töpfe brauchen und sehr viel Platz, den eine Fensterbank nicht bieten kann. Aus Platzmangel würden sie dünne, blasse Stängel bilden, die höchstwahrscheinlich nach dem Auspflanzen eingehen. Mir ist es mal so mit Zucchini ergangen.
Der beste Zeitpunkt wäre Mitte April.

Pauschal gesagt, bei den Sorten, die kurze Kälteperioden gut überstehen, darf ab Ende Februar mit der Anzucht begonnen werden. Die Pflanzen, die erst Ende Mai nach draußen dürfen, werden ab Mitte April gesät.

Für Aussaaten im Beet oder Frühbeet gilt dasselbe. Zu früh säen bringt nichts.

Frisch gesät

Frisch gesät: Tomaten und Paprika – Foto © Malgorzata Ackermann

  1. Blumenerde anstatt Anzuchterde

Das Babys kein Fleisch essen dürfen, wissen wir doch alle. Dasselbe gilt für Pflanzen.
Zur Anzucht sollte unbedingt Anzucht- oder Kräutererde verwendet werden. Blumenerde beinhaltet viel zu viele Düngersalze, die die Wurzelbildung und das Wachstum hindern.

Und selbst, wenn die Saat gekeimt ist, schadet zu viel Dünger den Keimlingen. Leichte Anzuchterde ist sehr wasserdurchlässig. So wird gewährleistet, dass überflüssiges Wasser abfließen kann.

 

  1. Zu wenig Licht

Großer Garten, große Pläne! Man braucht Gemüse und Blumen. Die Fensterbänke vollgestellt, überall stehen Töpfe und Schalen mit Jungpflanzen. Und die werden immer größer!
Wenige Tage nach der Keimung muss pikiert werden und dann bricht Chaos aus. Es wird umgestellt, gestapelt und umgeordnet. Leider kommen die, die weiter nach hinten gestellt werden, garantiert zu kurz.
Ein Aspekt darf man dabei nicht vergessen, die Tage sind immer noch kurz, die Sonne zeigt sich selten. In der dritten Reihe oder auf dem Nordfenster reicht die Lichtmenge nicht aus, um gutes Wachstum zu fördern.
Die Keimlinge wachsen in die Länge, werden immer länger und dünner. Was mit ihnen passiert, heißt Vergeilung.

Die, die es bis zur Auspflanzung schaffen, werden einen viel schlechteren Start haben. Hier kann nur eine zusätzliche Lichtquelle helfen.

Wer ein großes Südfenster hat, kann sich glücklich schätzen.

 

Bei warmen Wetter ab an die frische Luft – Foto © Pixabay

Bei warmem Wetter ab an die frische Luft – Foto © Pixabay

  1. Zu viel Wasser und zu kalt

Wir mögen auch nicht mit nassen Füßen durch die Gegend laufen. Es ist nicht nur unangenehm, es ist auch total ungesund. Vor allem für Kinder.

Das betrifft auch Pflanzen. Da unsere Keimlinge gewissermaßen auch Kinder sind, vertragen sie nasse Füße überhaupt nicht. In diesem Fall ist weniger wirklich mehr!

Besonders schlimm ist es, wenn es nicht nur nass, sondern auch kalt ist. Pilzkrankheiten breiten sich aus. In wenigen Tagen können sie alle unsere Pflanzen vernichten. Um dem entgegen zu wirken, sollte man in allen Schalen und anderen Pflanzbehältern unbedingt für ein Abflussloch zu sorgen oder noch besser spezielle Anzuchtplatten mit Untersetzer benutzen. Die sind robust und platzsparend.

  1. Falsche Saattiefe

Den meisten Gärtnern ist es bekannt, dass verschiedene Samen unterschiedliche Saattiefen brauchen. Werden sie zu tief gesät kommen sie nicht, zu flach kommen sie auch nicht.

Ein bisschen hilft es zu wissen, dass manche Saaten Lichtkeimer sind und die anderen Dunkelkeimer. An der Größe eines Saatkorns kann man die Saattiefe auch erahnen.
Große Körner wie Erbsen oder dicke Bohnen werden tiefer gesät. Feine Saat braucht ca. 1 cm Tiefe. Ausgenommen sind hier die Lichtkeimer, egal, wie groß die Samen sind, sie werden oberflächlich gestreut und leicht angedrückt.

Wird zu tief oder zu flach gesät, kann es zu einem 100% Ausfall führen.

Pauschal kann man sagen: die meisten Kräuter sind Lichtkeimer, Gemüse mit feinem Samen wird auf 1 -1,5 cm Tiefe gesät. Alles, was große Samen hat, kommt 5 cm unter die Erde.

Keimbedingungen und Saattiefe sowie mögliche Aussaattermine findet ihr hier: kleingaertnerin.de/ratgeber/saat.html

 

Paprika

Paprika wird früh gesät, braucht viel Licht und Wärme – Foto © Malgorzata Ackermann

Ich habe auch schon all diese Fehler gemacht, jahrelang habe ich meine Fenster vollgestellt mit Pflanzen, die am Ende doch nicht mal ein paar Tage im Beet überlebt haben. Meistens sind sie an zu viel Sonnenlicht zu Grunde gegangen. Sie hatten ein schwaches Wurzelwerk, das es nicht geschafft hat ausreichend Wasser bis zur Spitze der Pflanze zu transportieren.
Ich habe oft auch sehr dicht gesät. Nach dem Auflaufen war es mir zu schade die Keimlinge auszudünnen. Am Ende hatte ich Tausende kleine Pflänzchen, die pikiert werden wollten. Nach dem Pikieren hatte ich dann immer noch ausreichend Jungpflanzen für mich und meine Nachbarn. Der Rest stand dann noch bis Herbst in der Ecke, weil ich keine Verwendung dafür hatte.

Weniger ist wirklich mehr!

Zucchino

Eine kräftige Zucchino – Foto © Malgorzata Ackermann

3 Kommentare zu “Die 5 häufigsten Anzuchtfehler

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