Auch das ist praktisch: Den Eimer nicht komplett im Boden versenken. Dadurch kann man gezielt und einfacher Gießen

Do-it-yourself: Locheimer

Superpraktisch für alle Starkwurzler (außer Palmen)

Superpraktisch für alle Starkwurzler: Ein Locheimer!

Ich weiß nicht wie es Euch so geht, aber der grüne Daumen juckt und juckt und so plötzlich wie der Frühling da ist, so plötzlich überlegt man auch, welche Pflanzen man wie und wo hinstellt und ob man die auch noch umtopfen soll. Da ich schon seit Jahren unter akutem Platzmangel leide, topfe ich meine Pflanzen teilweise gar nicht mehr in größere Töpfe um, sondern greife auf Wurzelschnitte, Stapeltechnik und Locheimer zurück.

Locheimer sind genial!

Irgendwann steht man vor seinen Pflanzen und überlegt wie teuer wohl die nächste Topfgröße und wie schwer die Pflanze beim Einräumen ist. Uff! Dann gibt auch einige Pflanzen, die im Sommer zu wahren Saufziegen mutieren und wenn man keine automatische Bewässerung hat, dann macht das dauerhaftes Gießkannenschleppen auch keinen Spaß. Die Lösung dieser Probleme ist eigentlich so einfach wie genial:
Wir bauen uns einen Locheimer und versenken ihn im Boden (oder für alle Balkon-/Terrassenbesitzer: stellen ihn einfach auf einen anderen Topf)!

Vorteile:

– die Pflanzen holen sich die Nährstoffe direkt aus dem Boden

– müssen weniger gegossen werden, weil die Erde nicht so schnell austrocknet

– können im Herbst mit (fast) nur einem Spatenstich aus dem Boden gehievt und  im Kübel überwintert werden

– spart Platz (Stichwort: Winterquartier) und Geld (große Töpfe sind echt teuer)

Lochbohrer gibt es im Set in verschiedenen Größen

Lochbohrer gibt es im Set in verschiedenen Größen

Herstellung

Man nehme einen Mörtelkübel, den es günstig im Baumarkt gibt, und besorge sich ein Lochbohrer-Set, dass auf die Bohrmaschine aufgesteckt werden kann. Dann wähle man eine Größe und durchlöchere den Kübel mehr oder weniger stark. Fertig!

Die Anzahl der Löcher hängt etwas von der Pflanze ab. Je mehr Blattmasse und Durst die Pflanze hat, desto mehr Löcher sollte man bohren. Minimum sind mehrere Löcher am Boden und eine Reihe seitlich (siehe Foto). Die Engelstrompete stand vorher in einem kleineren Topf und da sie den neuen sowieso erst noch durchwurzeln muss, haben wir nicht so viele Löcher in den neuen Topf gebohrt. Wenn sie den Topf im Herbst gut durchwurzelt hat, kommt sie erst so ins Winterquartier und wir bohren nächstes Jahr noch eine Reihe Löcher seitlich dazu. Danach das Jahr nochmal eine und dann ist Schluß mit Bohren. Weiteres Umtopfen hat sich aber damit erledigt.

Optimal: Engelstrompete und Locheimer

Optimal: Engelstrompete und Locheimer

 

Auch das ist praktisch: Den Eimer nicht komplett im Boden versenken. Dadurch kann man gezielt und einfacher Gießen

Auch das ist praktisch: Den Eimer nicht komplett im Boden versenken. Dadurch kann man gezielt und einfacher Gießen

 

Auchg für größere Kübelpflanzen, die man nicht in den Boden setzen möchte geeignet: Löcher rein und einfach auf den Boden stellen.

Auch für größere Kübelpflanzen, die man nicht in den Boden setzen möchte geeignet: Löcher rein und einfach auf den Boden stellen.

Auch für Balkone gibt es einen Tipp

Auch das ist eine Möglichkeit: Stapeln

Auch das ist eine Möglichkeit: Stapeln!

Auf dem Balkon gibt es erfahrungsgemäß immer Platzprobleme, aber mal ehrlich: muss man deshalb auf größere Kübelpflanzen verzichten? Nein!

Löcher in den Boden der Töpfe machen und einfach in einen größeren Stellen. Damit es optisch ansprechender aussieht, sollte man einmal etwas Geld in größere und schöne „Unter- und Übertöpfe“ investieren. Dann hat man eine dauerhafte Topfpartnerschaft. Besonders praktisch: Wenn die Übertöpfe unten etwas schmaler werden, bleibt meistens unten noch etwas Platz für Kräuter oder Sommerblumen.

Locheimer für alle Pflanzen?

Eigentlich funktioniert diese Methode bei so gut wie allen Pflanzen die gut Wurzeln bilden. Problemfälle sind: Palmen und Strelitzien, da sie Störungen und Verletzungen an den Wurzeln nicht gut verkraften. Versuchen kann man es aber ruhig mal. Dann sollte der Topf aber schon ziemlich groß sein, so dass immer eine „gesunde“ Menge an Hauptwurzeln im Herbst im Topf verbleibt und die Pflanzen sich regenerieren können.

Ansonsten gibts eigentlich kaum Einschränkungen und wer im Gemüsegarten nicht auf „Hochbeete“ verzichten möchte: Die Mörtelkübel gibt es auch in eckig und dadurch, dass sie sich in der Sonne sehr gut erwärmen, fühlen sich Kartoffeln, Tomaten und Co da drin auch sprichwörtlich: pudelwohl.

Also worauf wartet ihr noch? Die Eisheiligen sind vorbei und die Gartensaison geht los!

LG Eure Melanie

 

2 Kommentare zu “Do-it-yourself: Locheimer

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