Orchideenpflege: Ihr fragt, ich antworte #Volume 7

Auch im Juli habt ihr mir wieder etliche Fragen zur Orchideenpflege gestellt. Wie gewohnt beantworte ich euch im siebten Teil der Serie „Ihr fragt, ich antworte“ wieder eine eurer Fragen ausführlich und für alle zum nachlesen. Los geht`s:

Anna S. fragt: Ich habe mir neulich meine erste Orchidee gekauft. Nun wollte ich mir alles zulegen, was ich zur Orchideenpflege unbedingt brauche. Beim Stöbern bin ich aber auf so viele Produkte für Orchideen gestoßen, dass ich nun total verunsichert bin. Deshalb meine Frage: Was brauche ich zur Orchideenpflege eigentlich wirklich?

Liebe Anna,

vielen Dank für deine Nachricht und die interessante Frage. Da bist du nicht die einzige, der es so geht. Denn im Handel werden tatsächlich mittlerweile richtig viele Produkte rund um Orchideen und Orchideenpflege angeboten. Für Anfänger ist es da wirklich schwer, den Überblick zu bekommen und die richtige Kaufentscheidung zu treffen.

Deshalb freut es mich, dass du mit der Frage zu mir gekommen bist und ich sie dir und allen anderen Interessierten nun beantworten darf. Denn die wirkliche Grundausstattung in Sachen Orchideenpflege besteht im Grunde aus nur fünf Komponenten:

  • Orchideendünger
  • Orchideensubstrat
  • scharfe Pflanzenschere
  • geeigneter Übertopf
  • Neem-Öl

Orchideendünger muss sein

Orchideen sind Pflanzen, die in der Regel karge Standorte gewohnt sind. Deshalb reagieren sie empfindlich auf zu viel Nährstoffe. Spezielle Orchideendünger sind niedriger dosiert als die meisten herkömmlichen Dünger. Du solltest sie unbedingt wie auf der Verpackung angegegeben oder im Zweifelsfall sogar niedriger dosieren.

Im Sommer kannst du dem Wasser bei jedem Gießen Dünger zugeben. Im Winter reicht es den meisten Orchideen, wenn sie alle zwei bis vier Wochen gedüngt werden. Orchideen, die eine Ruhezeit brauchen, werden in dieser Zeit sparsam bis gar nicht gedüngt.

Orchideensubstrat für gesundes Wurzelwachstum

Anders als viele unserer heimischen Pflanzen wachsen tropische und subtropische Orchideen nicht in herkömmlicher Erde. Der Grund: Ihre Wurzeln brauchen viel Luft. Normale Erde führt dazu, dass sie faulig werden und absterben. Deshalb benötigst du für deine Orchideen unbedingt spezielles Orchideensubstrat. Es ist deutlich gröber als Blumenerde und dadurch ideal für deine Orchidee.

Wenn du Orchideensubstrat für das nächste Umtopfen immer platzsparend vorrätig haben möchtest, kann ich dir das POP UP Orchideensubstrat von Romberg empfehlen. Es entfaltet sich erst zu seinem vollen Volumen, wenn du Wasser zugibst. Vorher braucht es je nach Packungsgröße nicht mehr Platz als eine Tafel Schokolade oder ein Buch.

Feinstes POP UP Orchideen-Substrat von Romberg. Foto: J. Klepgen

Feinstes POP UP Orchideen-Substrat von Romberg. Foto: J. Klepgen

Scharfe Schere für Wurzeln und Blütentriebe

Eine scharfe Pflanzenschere solltest du ebenfalls immer im Haus haben. Damit lassen sich abgeblühte Blütentriebe an deiner Orchidee kinderleicht entfernen. Auch matschige oder vertrocknete Orchideenwurzeln kannst du mit der richtigen Schere unproblematisch abschneiden.

Nach dem Schnitt kannst du die offenen Stellen mit hochwertigem Zimt bestreuen. Zimt wirkt antibakteriell und hilft so, Infektionen, die über die Schnittstellen übertragen werden können, zu vermeiden.

Geeigneter Übertopf für festen Stand und einfaches Wässern

Deine Orchidee hast du vermutlich in ihrem durchsichtigen Pflanztopf, aber ohne Übertopf gekauft. Ein geeigneter Übertopf macht dir die Orchideenpflege deutlich leichter. Der Übertopf sollte so gestaltet sein, dass deine Orchidee in ihm gut Halt findet und nicht in ihrem Topf hin und her kippeln oder umfallen kann.

Übertöpfe, die nach unten hin schmaler werden und in denen die Orchidee nicht ganz am Topfboden steht sind ebenfalls praktisch. Denn so kann das Restwasser, dass nach dem Wässern aus dem Orchideentopf tropft, in die Tiefen des Übertopfes abtropfen und bleibt nicht in Wurzelnähe. Das ist gut, da die Wurzeln sonst Gefahr laufen zu faulen.

Wähle den Übertopf nicht zu knapp. Wenn die Orchidee in ihrem Topf steht, sollte rundherum noch etwas Platz sein. So kannst du deine Orchidee nämlich optimal einfach im Übertopf wässern. Dazu einfach den Übertopf bis zum Rand mit Wasser füllen, die Orchidee einige Minuten im Wasser stehen lassen und dann das komplette Wasser wieder abgießen. Fertig!

Wenn du nicht gerade eine Vanda Orchidee hast, die wurzelnackt, also gänzlich ohne Substrat und Topf kultiviert wird, ist ein passender Übertopf eine tolle Sache.

Wenn du nicht gerade eine Vanda Orchidee hast, die, wie auf dem Bild, hängend und wurzelnackt, also gänzlich ohne Substrat und Topf kultiviert wird, ist ein passender Übertopf eine tolle Sache und erleichtert das Wässern. Foto: J. Klepgen

Neem-Öl als Allzweckwaffe gegen Schädlinge

Auch wenn ich es dir nicht wünsche, geht es manchmal schneller als gedacht: Die Orchidee ist von Schädlingen befallen. Und dann zählt wirklich jede Minute. Besser also, immer ein Mittelchen im Schrank zu haben, mit dem du den Schädlingen zu Leibe rücken kannst. Ich schwöre für meine Orchideen auf Neem-Öl.

Neem-Öl ist ein ökologisches Schädlingsbekämpfungsmittel auf pflanzlicher Basis und trotzdem super wirksam. Du kannst es gegen häufige Orchideen-Schädlinge wie beispielsweise Wollläuse oder Spinnmilben einsetzen. Das Tolle: Neem-Öl wirkt wirklich nur gegen die Schädlinge. Nützlinge oder die Pflanze selber werden von dem Öl nicht geschädigt.

Diese fünf Dinge sind meiner Erfahrung nach ausreichend, um deine Orchidee optimal zu pflegen. Ich hoffe, ich konnte dir, liebe Anna, und auch vielen anderen Lesern mit meinem Beitrag zu deiner Frage weiterhelfen. Wir lesen uns wieder im August – oder auch jederzeit auf meinem Orchideenblog.

 

3 Kommentare zu “Orchideenpflege: Ihr fragt, ich antworte #Volume 7

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