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Melonenaussaat im BoQube S

von Christine

Melonen vermitteln einen Hauch von Süden. Wenn man dieses Jahr wegen Corona schon nicht in die weite Ferne reisen kann, macht es umso mehr Sinn im Garten entsprechende Früchte anzubauen. Da gehören meiner Meinung nach Melonen absolut dazu. Keine Sorge es ist noch nicht zu spät für die Aussaat. Denn eine Vorkultur kann noch im April und Mai erfolgen.

Also heißt es zunächst Saatgut beschaffen. Denn dieses sollte möglichst neu und somit keimfähig sein. Ich habe mich für die beiden Sorten Wassermelone (Citrullus lantus) ‚Janosik‘ und Zuckermelone (Cucumis melo) ‚Artemis‘ entschieden. Später ein wenig mehr dazu.

Vorbereiten

Als Aussaatgefäß verwende ich die Anzuchtschale BoQube S. Diese hat genügend Platz, denn ich will ja kein ganzes Melonenfeld bestellen. Acht Kokos-Quelltabletten – mehr Pflanzen möchte ich nicht anziehen – passen locker in den kleinen BoQube. Was ich auch noch brauche ist ein Pikierstäbchen, um die Pflanzvertiefung in dem aufgequollenen Substrat noch etwas zu vertiefen. Vor der Aussaat gönne ich den Samenkörnern ein ausgiebiges Kamillenbad (vgl. Beitrag von Gosia „Samenbäder für bessere Ernte“). Damit sie sich schön vollsaugen können, habe ich die Samenkörner für 24 Stunden in den zweiten abgekühlten Aufguss eines Kamillentees eingeweicht. Der schnelle Keimerfolg gibt mir Recht. Denn bereits nach fünf Tagen waren die ersten Keimblättchen zu sehen. An sich ist bei beiden oben genannten Sorten die Keimdauer bei einer Temperatur bei um die 24 Grad Celsius mit 10 bis 14 Tagen angegeben.

Klein aber fein! Wer nicht gleich ein ganzes Melonenfeld anziehen möchte, hat mit der Mini-Anzuchtschale für 8 Keimlinge eine gute Wahl getroffen. Foto: Christine Schonschek.

Aussäen im Zimmergewächshaus

Vor dem Einsäen müssen sich die Quelltabletten zunächst mal mit zimmerwarmem Wasser vollsaugen. Dann mit dem Pikierstab oder der Pikette die vorhandene Vertiefung ungefähr 0,5 bis 1cm für die Wassermelone und 1 bis 1,5 cm für die Zuckermelone eindrücken. Nun kommt in jede der Quelltabletten ein Samenkorn, welches mit Hilfe des Pikierstabs oder der Pikette mit Substrat zugedeckt wird. Vorne auf dem BoQube mache ich mit einem weißen Kreidestift entsprechende Notizen zum Saatgut und Aussaattermin. Dann wird der Drehregler am Deckel des BoQubes geschlossen und aufgesetzt. Das Ganze kommt an einen hellen warmen Platz, zum Beispiel ans Fensterbrett. Nun ist es wichtig, dass das Substrat gleichmäßig feucht – aber nicht nass – bleibt. Weil der Deckel mit einer seitlichen Gießöffnung versehen ist, muss er dafür nicht unbedingt abgenommen werden.

Die richtige Ausstattung für die Melonenanzucht ist schnell zusammengestellt: Ein kleines Anzuchthaus, Saat, Substrat und ein Pikierstab – fertig! Foto: Christine Schonschek

Wissenswertes zu Melonen

Melonen sind einjährige, kriechende Pflanzen, die zur Familie der Kürbisgewächse gehören. Entsprechend sind Melonen auch Starkzehrer. Und auch wenn die Früchte gerne als Sommerobst angeboten werden, zählen sie dennoch zum Fruchtgemüse. Ursprünglich stammen Melonen aus tropischen afrikanischen Gebieten sowie auch aus dem westlichen Asien. Von daher mögen es Melonen gerne warm. Das ist ein Grund warum sie vor den letzten Nachtfrösten rund um die Eisheiligen (Mitte / Ende Mai) sowieso nicht ungeschützt ins Freie gepflanzt werden dürfen. Übrigens, wie eingangs bei den Sorten durch die botanischen Namen schon klar wird, gibt es bei Melonen unterschiedliche Gattungen. Während die Zuckermelone (Cucumis melo) zur Gattung der Gurken gehört, zählt die Wassermelone (Citrullus lantus) zur Gattung Zitrulle.

Faktoren für erfolgreichen Anbau

Ein dauerhaft warmes und sonniges Klima ist ideal für den Anbau von Melonen. Ein kühler verregneter Sommer kann einen Ernteausfall zur Folge haben. Vor dem Auspflanzen ab Ende Mai / Anfang Juni sollte das Beet gut vorbereitet werden. Profis gehen etwa so vor, dass sie schon drei Wochen vor dem Ausbringen der Pflanzen schwarze Mulchfolie über die Beete legen. Damit sie nicht wegweht, wird sie seitlich eingraben. Durch die dunkle Folie erwärmt sich die Erde und die Wärme wird länger gespeichert. Gleichzeitig wird so das Wachstum von Wildkräutern gehemmt. Unter die Folie werden direkt Bewässerungsschläuche verlegt. Das alles kann auch im Hobbygarten umgesetzt werden. Letzteres zum Beispiel mit Hilfe automatischer Bewässerungssysteme, die mit Regentonne und Solarstrom funktionieren. Sobald es sicher frostfrei ist dürfen die Jungpflanzen ins Beet einziehen. Danach deckt man sie mit dünnem, weißem Gartenvlies ab, um sie vor kühlen Nächten und Schädlingen zu schützen. Achtung: Schnecken können die Jungpflanzen radikal abfressen, weshalb ein Schneckenschutzzaun sinnvoll wäre. Aber auch Kaninchen mögen Melonen gerne.

Standort, Boden und Pflege

Wassermelonen sind empfindliche Pflanzen, die vor Kälte, Trockenheit und Wind geschützt werden müssen. Der Boden sollte mittelschwer und humusreich sein und Wasser wie Nährstoffe gleichermaßen gut speichern können. Leichte sandige Böden sind nicht geeignet. Zu lehmige sind ebenfalls nicht von Vorteil. Bevor die Pflanzen ihre Blüten öffnen, muss das Vlies abgenommen werden. Denn sonst können die Bienen keine Bestäubung vornehmen.

Melonen sollten regelmäßig gegossen werden und auf keinen Fall austrocknen. Vor allem, wenn sich die ersten Fruchtansätze zeigen, ist das Gießen besonders wichtig. Die Starkzehrer brauchen viele Nährstoffe, daher darf wöchentlich ein Flüssigdünger verabreicht werden. An einer Pflanze können mehrere Früchte wachsen. Abhängig von der Sorte werden Melonen ab August reif und werden bis in den September hinein geerntet. Ob sie schon reif sind lässt sich bei Wassermelonen an der kräftigen Gelbfärbung der Liegefläche erkennen. Ein anderes Merkmal für Genussreife ist, wenn das erste Blatt vor der Frucht verwelkt ist.

Geeignete Sorten

Praktisch, weil die kleinen, rund ein Kilogramm schweren, Früchte gut in den Kühlschrank passen, ist die Zuckermelone (Cucumis melo) ‚Artemis‘. Ihr Fruchtfleisch hat eine orange Farbe ist saftig und süß. Zudem sollte diese Sorte resistent gegenüber der gefürchteten Fusariumwelke sowie wenig anfällig für Echten Mehltau und Grüne Gurkenläuse sein. Bei Wassermelonen (Citrullus lantus) sind kernarme Sorten sehr beliebt. Damit kann unter anderem ‚Janosik‘ dienen. Oder wie wäre es mit den kernlosen Wassermelone-Sorten ‚Gatinho‘ und ‚Tigrinho‘ beziehungsweise der kleinfruchtigen ‚Mini-Love‘? Letztere gibt es übrigens auch als verdedelte Sorte.

Mach was draus!

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2 Kommentare

Martina Schoppe 08.05.2020 - 12:56

Hallöchen,
gibt es auch kleinfrüchtige Wassermelonensorten MIT Kernen – wäre ja schön, wenn man selber Samen von den eigenen Pflanzen sammeln und im nächsten Jahr wieder anbauen könnte.
Danke im Voraus

Antworten
Gartenblogger 08.05.2020 - 15:05

Hallo Martina,
bei der Suche ist uns spontan diese Sorte aufgefallen: Klein und mit wenig Kernen (hoffentlich aber genug, um sie für die Anzucht nutzen zu können).

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