Chilis lassen sich ganz einfach selbst anziehen. Foto: pixabay

Aji Charapita, die teuerste Chili der Welt

von Christine

Mal ganz ehrlich, wer kann schon widerstehen, wenn es darum geht, echte Schätzchen im Garten anzubauen? Die Chili-Sorte Aji Charapita (Capsicum chinense) ist so eine Rarität. Denn diese exklusive Sorte gilt als teuerste Chili der Welt.

Ein Kilogramm getrocknete Früchte werden für bis zu 20.000 Euro gehandelt. Grund genug die scharfe Frucht selber zu kultivieren – wenn auch nur für den Eigenbedarf. Ob man dann für seinen Garten Sicherheitspersonal braucht? Sicher nicht. Man muss ja nicht gleich an die große Glocke hängen, welche Kostbarkeiten im eigenen Garten gedeihen.

Herkunft und Aussehen

Die Aji Charapita stammt aus dem Amazonasgebiet Perus und Brasiliens. Entsprechend warm mag sie es. Diese Pflanze, die den Wildchilis noch sehr nahe ist, wurde bisher noch nicht so flächendeckend angebaut. Dementsprechend gering ist das Angebot und umso höher werden die Preise für die getrockneten Früchte der Aji Charapita gehandelt. Anders als die typische Chili sind bei der Charapita Form und Farbe. Die Früchte der teuersten Chili der Welt sind rund, etwa erbsengroß und sie reifen von grün nach gelb ab. Es gibt die Charapita aber auch mit roten Früchten, die dann aber ebenfalls klein und rund sind. Die Pflanze wird nur rund 40cm hoch und passt somit ideal ins Hochbeet. Auch was den Geschmack betrifft macht es Sinn diese Chili selber anzubauen. Denn die fruchtige Note, die das scharfe Früchtchen umgibt, soll im getrockneten Zustand abhandenkommen, heißt es. Insgesamt wird der Geschmack der frischen Kaviarchili, wie sie auch genannt wird, als fruchtig, blumig, exotisch und pfeffrig scharf beschrieben. Chili-Kenner wissen es bereits: Scharf macht glücklich. Die Schärfe der Aji Charapita ist mit rund 30.000 bis 50.000 Scoville angegeben. Damit rangiert sie auf der Scoville-Skala bei 7 Grad. Zum Vergleich: Zu den schärfsten Chilisorten gehört die ‚Carolina Reaper‘, die mit ihren 2,2 Mio. Scoville einen Schärfegrad von 10++ hat.

Tipps zur Anzucht und Pflege

Generell ist für die Vorkultur von Chilis ein Zimmergewächshaus mit Licht von Vorteil. Schließlich muss mit der Aussaat der wärmeliebenden Pflanzen schon recht früh begonnen werden, um eine Ernte hierzulande zu ermöglichen. Förderlich kann auch ein beheizbares Gewächshaus wie Maximus Complete sein. Kann das Gewächshaus in einem sehr warmen Wohnraum stehen, dann eignet sich auch der BoQube in Kombination mit dem HomeGarden sehr gut. Mit der Aussaat darf gerne schon Ende Januar / Anfang Februar angefangen werden. Als Substrat empfehlen sich Anzuchterde oder Kokos-Quelltabletten.

Saatgut vorher einweichen

Damit die Samenkörner schneller keimen, sollten sie vor der Aussaat über Nacht in zimmerwarmem Wasser eingeweicht werden. Noch besser ist das Behandeln des Saatguts mit Kamillentee. Dieser ist in nahezu jedem Haushalt vorhanden. Der Kamillentee ist antibakteriell und soll bei der Aussaat dazu beitragen Pilzinfektionen zu verhindern oder wenigstens zu vermindern. Dafür wird eine Tasse Kamillentee aufgebrüht und mit demselben Teebeutel ein zweiter Aufguss gemacht. Dieser sollte dann natürlich auf Zimmertemperatur abkühlen bevor die Samenkörner darin für 8 bis 48 Stunden baden gehen. Die vollgesogenen Samen, die sich auf den Tassenboden abgesetzt haben, und können direkt ausgesät werden. Oben schwimmende Samenkörner sind wahrscheinlich nicht (mehr) keimfähig.

Chilis lassen sich ganz einfach selbst anziehen. Foto: pixabay

Aussaat und Keimung

Die eingeweichten Samen der Aji Charapita in die möglichst nährstoffarme, keimfreie Anzuchterde geben und nur leicht bedecken. Die Keimtemperatur liegt bei rund 22 bis 28° Celsius. Eine Heizmatte unter dem Zimmergewächshaus sorgt dafür, dass die Temperatur konstant bleibt. Während die eingeweichten Samen bereits nach rund einer Woche keimen können, dauert es bei den anderen etwas länger. Trocken ausgesätes Saatgut kann bis zu zehn Tage oder mehr zum Keimen brauchen. Regelmäßiges Lüften des Zimmergewächshauses ist genauso wichtig wie das Gießen. Allerdings sollte das Substrat weder zu nass noch zu trocken sein. Zum anfänglichen Gießen empfiehlt sich ein Pflanzensprüher. Alternativ kann auch eine kleine Trinkflasche mit Tropfausgießer bzw. Sportleraufsatz verwendet werden.

Rezept-Tipp

Generell mag ich Chilis aller Art. Vor allem im Herbst und Winter sind die frischen Früchte eine gute Vorbeugung vor Erkältungen. Besonders lecker finde ich sie mit selbst gemachtem Frischkäse – gefüllt oder als Brotbelag, weil damit die Schärfe etwas abgemildert wird.

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