Steingarten – Artenreiche Vielfalt

von Gosia
Mein Steingarten im Frühling

Mein Steingarten im Frühling

Wenn jemand denkt, ein Steingarten ist einfach nur ein Steinhaufen, der liegt hier gänzlich falsch. Denn ein Steingarten, wenn auch nur klein, ist ebenso ein richtiger Garten und dazu noch ein Zuhause und eine Futterquelle für viele Tierarten.

Besonders in der letzten Zeit sind Steingärten wieder zu einem Trend geworden. Ich finde es sehr gut, besonders wenn sie ein Stück verwildert bleiben. Ein Steingarten wird selten betreten, gar nicht umgegraben, braucht nicht gedüngt und gegossen werden. Ideale Voraussetzung also für einen Lebensraum, der gleichzeitig auch sehr dekorativ sein kann.

Gosias Steingarten

Im Juli

In der europäischen Gartenkultur hat ein Steingarten die Gebirgsvegetation als Vorbild und ist idealerweise mit entsprechend alpinen Pflanzen bepflanzt. Diese Pflanzen benötigen besondere Bodenarten, sowie Wetterbedingungen um wachsen und gedeihen zu können. Diese Bedingungen kann man als Kleingärtner meistens nicht erfüllen. Das macht aber nichts. Ein kleiner Steingarten kann auch sehr schön und nützlich sein.

Der Vorteil für den Gärtner liegt daran, dass ein Steingarten, einmal angelegt, relativ wenig Pflege benötigt. Hin und wieder muss man etwas schneiden oder etwas neues einpflanzen. Das einzige Problem sind die Gräsersamen die sich von alleine aussäen. Sie müssen ab und zu einfach entfernt werden. Am besten geht es nach dem Regen. In meinem Garten habe ich leider auch sehr viel Ackerschachtelhalm.

Der beste Platz für einen Steingarten ist ein überwiegend sonniger Ort, an dem sich kein Wasser nach dem Regen sammelt. Denn die meisten Steingarten-Pflanzen mögen es trocken und heiß, z.B. das Sedum, auf deutsch Fetthenne und Mauerpfeffer. Sie überstehen jede Trockenperiode ohne zusätzliches Gießwasser. Wenn sie blühen, werden sie zu Insektenmagneten. Hummeln, Bienen und Schmetterlinge, alle lieben die Dickblattgewächse. Es gibt auch sehr viele Sorten von Sedum, die zu unterschiedlichen Zeiten blühen.

Sehr gut gedeihen auch Nelken umgeben von Steinen. Sie brauchen einen durchlässigen, sandigen Boden. Es gibt auch sehr viele verschiedene Sorten, wie die Grasnelke oder die Federnelke. Die gibt es in allen Farben, von Weiß über Zartrosa zu Pink und Rot.

Mein persönlicher Favorit ist das Pfennigkraut. Es ist ein Gewächs, das immer gedeiht! Ob trocken oder nass, sonnig oder schattig. Diese Pflanze überlebt selbst den erfahrensten Gärtner. Einmal im Garten, immer im Garten. Bei mir wächst es überall, auch zwischen dem Gemüse ist es zu finden 😉

Aber, wenn es blüht, dann geht die Sonne auf. Kräftig gelb leuchten dann die Beete!

Gosias Steingarten

Mein Steingarten: rechts Kugelprimeln, hinten Lungenkraut, in der Mitte Glockenblume, links Steinnelke

Neben den schönen Blüten gibt es auch eine ganze Reihe von Pflanzen, die durch Form und Farbe sehr gut zu den Steinen passen.
Den Hauswurz gibt es in verschiedenen Laubfarben, von grün über rot bis fast braun.
Damit es nicht langweilig wird, kann man einen Steingarten immer wieder ein bisschen verändern, indem man hier und da einen Blumentopf stellt. Es kann ein Topf mit bunten Krokussen sein, und später im Sommer ein Duftbasilikum oder Salbei, deren Blüten von allen Insekten sehr gerne angeflogen werden. Wenn die Blütezeit vorbei ist, kann man eine andere Pflanze dort hinstellen.

>>> Hier ist eine kleine Liste der Pflanzen, die sich besonders gut für einen Steingarten eignen.

Ein Hauswurz im Winter

Ein Hauswurz im Winter

Mein Steingarten liegt direkt neben dem Teich. Dadurch habe ich ein besonders guten Platz für die Teichmolche geschaffen. Diese Tiere leben in bestimmten Lebensabschnitten im Wasser, später aber auch am Land. Ein Steingarten bietet ihnen ausreichend Verstecke.

Mein Steingarten ist nicht sehr groß, trotzdem habe ich bisher verschiedene Tiere gesehen. Kröten, Molche und eine Ringelnatter wurden auch gesehen. Alle diese Tiere schätzen es sehr, dass sie im Steingarten ihre Ruhe haben. Dort wird nur selten gearbeitet. Gut für das Tier und für den Gärtner 🙂

Und dann gibt es noch die Steinwüsten in den Vorgärten. Sie versuchen wohl die japanische Zen-Gärten zu imitieren und sind dabei wirklich nur ein Haufen Steine. Diesen Trend bitte nicht nachmachen.

Steinwüste - Foto Pixabay

Steinwüste – Foto Pixabay

 

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