Herbstarbeiten, auf die du besser verzichten solltest

Endlich Herbst! Alles abgeerntet, kein Rasenmähen mehr, kein Unkraut jäten. Hurra!!!
Aber es hält meist nicht lange an – kaum sind ein paar Tage vergangen, da will der Gärtner wieder in den Garten. Es gibt doch noch so viel zu tun, oder? Das will uns die Garten-Fach-Presse vermitteln 😉

Ich gärtnere seit mehr als 20 Jahren und habe für mich festgestellt, dass die meisten der doch so wichtigen Gartenarbeiten im Herbst einfach nur unnötig und manchmal sogar schädlich sind, vor allem für die Natur.

Hier meine Liste der unnötigen Gartenarbeiten im Herbst:

  1. Laub mit einem Laubbläser beseitigen.

Laubbläser sind Gartengeräte, die kein Mensch braucht. Sie vernichten Kleinlebewesen, erzeugen unheimlich viel Lärm und haben in einem umweltfreundlichen Garten nichts zu suchen.

Laub muss nur auf den Wegen gefegt werden, sonst könnte man leicht ausrutschen. Dem Rasen tut er nichts ;-).  Aber es ganz liegen zu lassen, wäre etwas schade, denn Laub kann man auf verschiedene Arten nutzen.  Mit einem Handrechen zusammengefegt, wird es auf die Beete verteilt. Damit bleibt der Boden über den Winter bedeckt. Bis zum Frühling wird es teilweise verrotten und bildet eine neue Humusschicht. Im Frühling wird etwas aufgeräumt und das Gemüsebeet ist fertig!

Um kälteempfindliche Pflanzen verteilt, schützt es die Wurzeln vor Frost.

Ein Laubhaufen in einer Gartenecke ermöglicht vielen Tieren den Winter zu überstehen. Dazu zählen vor allem die Igel, aber auch Insekten und Mäuse. Wer zu viele Bäume hat, kann aus Laub Kompost machen. Ja, Laub ist sehr vielfältig einsetzbar und sollte nicht im Müll entsorgt werden.

  1. Vertrocknete und abgestorbene Teile von Stauden und Sommerblumen abschneiden.

Alle verblühten Blumen kann man über den Winter stehen lassen. Der Samen ist für manche Tiere gutes Futter.  Ein weiterer Vorteil ist, dass der oberirdische Teil, auch wenn vertrocknet, dem Winterschutz dient. Bis zum Frühling sind die trockenen Teile meist von alleine verrottet und die eine oder andere Pflanze hat sich durch Selbstsaat vermehrt!

  1. Bäume und Sträucher bei Frost schneiden.

Die meisten Gehölze kann man das ganze Jahr durch schneiden. Wer den Gehölzschnitt im Winter durchführen will, sollte warten bis die Tage über einen längeren Zeitraum etwas wärmer sind. Schnitt bei Frost kann die Pflanzen gänzlich vernichten. Eine Sauerkirsche darf man z.B. im Winter überhaupt nicht schneiden!

  1. Nicht abgeerntete Äpfel und Beeren entfernen.

Der eine oder andere Apfel am Baum ist eine willkommene Abwechslung für die Vögel im Winter. Auch Beeren und Samen sind Vogelfutter! Deshalb sollten Sträucher, an den noch Beeren hängen, erst Anfang März geschnitten werden.

Lecker Apfel

 

  1. Abgeschnittenes Holz im Garten verbrennen.

Altholz zu verbrennen ist einfach zu schade. Man kann sehr viel damit anfangen. Z.B. etwas zerkleinert in die Ecken werfen, mit Laub bedecken, voila, eine Winterunterkunft für Kleintiere ist fertig. Ist schnell gemacht, macht so gut wie keine Arbeit und die Tiere freuen sich darüber.

Längere, gerade Stücke kann man später als Kletterhilfen verwenden oder kleine Zäune bauen. Tannenteile dienen wunderbar als Winterschutz für frostempfindliche Pflanzen.

Winterquartier aus Altholz und Laub

  1. Winterschutz zu früh ausbringen.

Wer zu früh die frostempfindlichen Pflanzen bedeckt, riskiert einen vermehrten Befall  durch Pilzkrankheiten.
Pflanzen schwitzen zwar nicht, aber sie brauchen frische Luft! Zu viel Feuchtigkeit über eine längere Zeit verursacht auch Fäulnis, was sich negativ auf die Entwicklung im Frühling auswirkt. Hierfür eignen sich auch Laub und Tannenzweige sehr gut. Der Winterschutz muss auch rechtzeitig im Frühjahr entfernt werden.

Für alle, die ihre Kübelpflanzen vor der Kälte schützen wollen, hier eine Auswahl der Winterschutzprodukte von Romberg.

 

  1. Im Herbst den Rasen düngen.

Jetzt braucht der Rasen einfach nur Ruhe. Es gibt zwar so genannte Herbstdünger, aber die machen den Rasen nicht wirklich schöner. Gräser nehmen jetzt nichts mehr auf und der Dünger landet direkt im Grundwasser. Gräser sind bekanntlich zu 100% winterhart und brauchen keine weitere Unterstützung.

Ja, liebe Gärtner, in diesen Fällen ist weniger tatsächlich mehr. Weniger Arbeit, mehr Nutzen!

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