Romberg, Foto: pixabay

„Botanicactus“

von Gosia

Soweit ich mich erinnern kann, habe ich schon immer Kakteen gehabt. Ich habe versucht sie aus Samen zu ziehen (vergeblich!). Ich wollte immer die größten Kakteen haben, die Seltenen oder die, die am schönsten blühen. Ich hatte auch mal eine Phönix-Palme die unglücklicherweise vertrocknet ist, und eine Cycas Palme, die wegen zu viel Wasser, alle Blätter abgeworfen hat. Kurz gesagt, ich hatte bisher so gut wie keinen Erfolg. Trotzdem habe ich immer noch ein paar Kakteen zu Hause, die auch manchmal blühen! Daher war für mich, als wir unseren Urlaub auf Mallorca geplant haben, ein Besuch im „Botanicactus“  ein Muss.

„Botanicactus“ ist ein botanischer Garten, nur ein wenig anders. Dort gibt es hauptsächlich Kakteen, Palmen und Gräser. Pflanzen, die es von Natur aus heiß und trocken mögen. Vergeblich würde hier der Besucher bei den Pflanzen nach Namensschildern mit lateinischen Namen suchen, oder brav aufgestellten Tafeln mit Beschreibungen oder Systematik. Hier gibt es sowas nicht. Hier gibt es riesengroße Kakteen, einen Phönix-Palmenwald, einen Cycas Palmengarten und vieles mehr.

Die Kakteen sind so groß und so zahlreich, dass man meint, man wäre in der Wüste von Mexico. Die Wege mit Bambus umgeben, bringen uns direkt nach Asien. Und an einer anderen Ecke, unter dem blühenden Blauregen, fühlt man sich fast wie zu Hause. Jede Ecke dieses Gartens ist anders.

Die Yuccapalmen sind sooo riesig und die Blütenstände meterlang. Ich habe gleich an alle die Yuccas gedacht, die in unseren Wohnungen vor sich hin vegetieren, ohne die Chance jemals ein richtiger Baum zu werden. Meinem eigenen Gummibaum, den ich in Bonsaigröße kultiviere, habe ich versprochen, dass er, falls ich auf die Insel auswandern würde, auch mitkommen darf und einen schönen Platz im Garten bekommt, damit er auch groß und stark wird. Manche Exemplare, der als Schwiegermutterstuhl bekannten Echinocactus, waren so groß, dass darauf nicht nur eine Schwiegermutter passen würde. Davon kann ein Kakteenliebhaber in Norddeutschland nur träumen.

Der „Botanicactus“ wurde 1987 im Süden vom Mallorca gegründet und dann im Jahr 1989 eröffnet. Für das Projekt wurde ein Platz im Süden Mallorcas ausgesucht. Es ist die trockenste Ecke auf der Insel und für Pflanzen dieser Art ideal. Beeindruckend ist auch die Größe des Gartens, aber auch die Vielfalt. Neben den Kakteen und Palmen finden wir hier Olivenbäume, Hibiskus-Sträucher, Bougainvillien und viele andere Pflanzen, die für Mallorca typisch sind. Die Kakteen sind aber die Hauptakteure. Es gibt sie in groß, größer und am größten. Von Opuntien und Ferokakteen bis zu Cereuskakteen und vielen anderen, die ich gar nicht kenne. Viele Agaven-Arten, auch blühende Agaven, habe ich dort gesehen. Aber was soll ich hier noch mehr beschreiben. Die Bilder können es besser.

Also liebe Leser, solltet ihr mal auf Mallorca kommen, geht zum „Botanicactus“ . Es ist einer der schönsten und auf jeden Fall interessantesten botanischen Gärten, die ich bisher gesehen habe.

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