Fruchtfolge, Foto: pixabay

Frucht-/ Kulturfolge: Was wonach pflanzen?

von Christine

Mit einer dieser Frage hatte mich meine Mutter mal konfrontiert: „Kann ich die Bohnen wieder ins gleiche Beet säen?“ Manche wissen die Antwort darauf vielleicht bereits, sie lautet „Nein“.

Es ist aber auf jeden Fall gut, sich Gedanken um das kommende Gartenjahr zu machen. An den langen Winterabenden ist genug Zeit dafür. Die Planung fördert nicht nur die Vorfreude, sondern sie ist auch sinnvoll. Denn wer die Fruchtfolge beachtet, kann mit einer besseren Ernte rechnen. Zudem kann eine geschickte Planung dazu führen, dass mit geeigneten Vor- und Nachkulturen auf dem selben Beet zwei bis drei Ernten in einer Saison möglich sind.

Pflänzchen wechsel dich!

Fruchtwechsel beziehungsweise Kulturfolge bedeutet, auf einem Beet wechseln sich Pflanzen mit ergänzendem Nährstoffbedarf nacheinander ab. Werden bestimmte Gemüsearten mehrmalig hintereinander auf dem gleichen Beet angebaut, werden dem Boden Nährstoffe entzogen und er laugt aus.

Durch die Fruchtfolge kann zudem die Entstehungen von Krankheiten wie zum Beispiel der Kohlhernie und vermehrter Schädlingsbefall reduziert werden. Es spricht also vieles dafür regelmäßig die Pflanzenarten zu wechseln.

Die leere Lücke vor dem Salat könnte gut mit Paprika bepflanzt werden. Foto: Christine Schonschek

Die leere Lücke vor dem Salat könnte gut mit Paprika bepflanzt werden. Foto: Christine Schonschek

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auf stark zehrende sollten zunächst mittel- und dann schwach zehrende Gemüsesorten folgen. Letztere dürfen nicht auf frisch gedüngte Beete gepflanzt werden. Als Faustregel für die Fruchtfolge gilt:

  1. Anbaujahr: Die Anbaufläche wird im Herbst vorher mit reifem Stallmist oder Schnellkompost gedüngt. Darauf lassen sich dann stark zehrende Gemüsesorten (hoher Nährstoffbedarf) anbauen. Dazu gehören unter anderem Kohl, Kartoffeln, Tomaten, Gurken, Sellerie und Zucchini.
  2. Anbaujahr: Auf der Anbaufläche auf der im 1. Jahr die Starkzehrer gewachsen sind folgen im zweiten Jahr mittelzehrende Pflanzen (mittlerer Nährstoffbedarf). Wie etwa Karotten, Kohlrabi, Paprika, Radieschen, Rote, Bete, Salat, Spinat, Wurzelpetersilie und Zwiebeln.
  3. Anbaujahr: Auf die im 2. Jahr angebauten Mittelzehrer folgen im dritten Jahr Schwachzehrer (geringer Nährstoffbedarf). Das sind unter anderem Bohnen, Erbsen, Kräuter und Schnittpetersilie.

Eventuell kann vor dem 1. Anbaujahr eine Gründüngung des Bodens erfolgen. Als Pflanzen eigenen sich dafür zum Beispiel Bienenfreund (Phacelia), Perserklee, Gelbe Lupine, Gelbsenf oder andere. Sie werden im Herbst vor dem 1. Anbaujahr auf dem Beet ausgesät werden. Sie wachsen schnell, lockern den Boden und können bereits nach wenigen Wochen abgeschnitten und gut in den Boden eingearbeitet werden. Damit sich danach die Bodenlebewesen um die Umsetzung (Kompostierung) kümmern können.

Auch wenn etwa Kartoffeln und Tomaten beide Starkzehrer sind, sollten sie dennoch weder im selben Beet noch nebeneinander angebaut werden. Denn sie vertragen sich nicht. Deshalb handelt es sich bei der Veredelungen namens TomTato oder Tomoffel um echte Besonderheiten. Es gibt aber auch Ausnahmen von der Fruchtfolge. So können beispielsweise Erdbeeren drei Jahre auf dem selben Beet bleiben und danach einen anderen Platz bekommen. Wer keine Lust hat seine Erdbeeren umzupflanzen, kann es mit Effektiven Mikroorganismen probieren. Diese müssen aber regelmäßig verabreicht werden. Rhabarber als Staude braucht eigentlich gar nicht zu wechseln, sondern wird höchstens mal geteilt, wenn er zu groß wird.

Erdbeeren dürfen gerne drei Jahre im selben Beet bleiben. Foto: Christine Schonschek

Erdbeeren dürfen gerne drei Jahre im selben Beet bleiben. Foto: Christine Schonschek

Vorschläge für passende Vor- und Nachkulturen

Wer aus einem Anbaujahr noch mehr herausholen möchte, interessiert sich bestimmt vor allem für die passenden Vor- und Nachkulturen. Ins Tomatenbeet lassen sich ab März Rettich oder Radieschen säen. Diese sind dann abgeerntet, bis die Tomaten nach den Eisheiligen ins Freie dürfen. Auf einem weiteren Beet kann im März Spinat ausgesät werden. Auf dem selben Beet kann dann im Mai Salat und im Juli Chinakohl ausgepflanzt werden. Ein Vorschlag für ein drittes Beet wäre, im März Rucola und Schnittsalate aussäen und nach den Eisheiligen (Mitte / Ende Mai) Paprika einpflanzen.

In diesem Beet könnte nach den stark zehrenden Tomaten im Folgejahr Spinat, Rote Bete oder andere Pflanzen mit mittlerem Nährstoffbedarf angebaut werden. Foto: Christine Schonschek

In diesem Beet könnte nach den stark zehrenden Tomaten im Folgejahr Spinat, Rote Bete oder andere Pflanzen mit mittlerem Nährstoffbedarf angebaut werden. Foto: Christine Schonschek

Noch ein Vorschlag gefällig? Bitte sehr: Im März Radieschen, im April Palerbsen und im Juli  Zuckerhutsalat aussäen. Im März können aber auch Kresse ausgesät und gleichzeitig Steckzwiebeln gesetzt werden. Wenn die Zwiebeln dann im August abgeerntet sind, ist Platz für die Aussaat von Spinat und oder Feldsalat. Bei allen Aussaaten im März sollte entweder ein Vlies, eine Wachstumshaube oder eine Frühbeetfolie auf die Beete gelegt werden. Generell sind Rettich, Radieschen sowie Pflücksalate Pflanzen mit einer sehr kurzen Vegetationszeit und eignen sich von daher gut um sie zwischendurch zu pflanzen.

Wer die Fruchtfolge beachten möchte sollte sich gut überlegen, ob feststehende Rankgitter sinnvoll sind. Besser wären gesteckte Kletterhilfen, wie im Hintergrund zu sehen. Foto: Christine Schonschek

Wer die Fruchtfolge beachten möchte sollte sich gut überlegen, ob feststehende Rankgitter sinnvoll sind. Besser wären gesteckte Kletterhilfen, wie im Hintergrund zu sehen. Foto: Christine Schonschek

 

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