Es geht wieder los!

Der eine oder andere wird jetzt sagen, im Februar ist noch nichts los im Garten. Das stimmt aber gar nicht. Für manche Pflanzen ist es gerade richtig! Es sind die Kaltkeimer.

Kaltkeimer sind Pflanzen, deren Saat  eine Kältewelle braucht, um keimfähig zu werden. Es bedeutet nicht unbedingt gleich Dauerfrost den ganzen Winter lang. Eine Kälteperiode von mehreren Tagen unter 5 Grad Celsius reicht schon aus.
Die niedrigen Temperaturen bewirken, dass die in den Samen befindlichen keimhemmenden Substanzen neutralisiert werden. Es bedeutet aber nicht, dass die Kälte das Keimen beschleunigt. Gekeimt wird erst, wenn die Temperaturen auf über 10 Grad steigen.

Hier eine beispielhafte Auflistung der mir bekannten Kaltkeimer:

Adonisröschen, Alpendistel, Bärlauch, Christrose, Clematis alpina, Duftveilchen, Edelkastanie, Eisenhut, Engelwurz, Enzian, Frauenmantel, Geißbart, Gewöhnliche Kuhschelle, Glockenblume, Haselnuss, Hartriegel, Heidekraut, Herbstzeitlose, Himmelschlüssel, Iris, Kastanie, Lampionblume, Lavendel, Lilien, Mohn, Nieswurz, Pfingstrose, Pflaume, Phlox (großblumig), alpine Primeln, Roter Sonnenhut, Silberkerze, Scheinmohn (blau), Scheinquitte, Schleifenblume, Schlüsselblumen, Steinbrech, Steppenkerze, Tränendes Herz, Traubenhyazinthe, Tulpen, Veilchen, Waldmeister, Weinraute, Wolfsmilch, Zaubernuss, Zierlauch.

Ich glaube zwar nicht, dass jemand auf die Idee kommt Tulpen aus der Saat zu vermehren ;-), aber, wer weiß? Alle meine Kugelprimeln entstammen einem Versuch, den mein Gartennachbar von mehr als 15 Jahren gestartet hat. Er hat sie damals mitten im Winter ausgesät. Ein paar Wochen später sind alle gekeimt.

Kugelprimeln -

Kugelprimeln Foto – © Malgorzata Ackermann

Dann gibt es auch Gemüsesorten, die die Kälte nicht unbedingt bevorzugen, aber eine frühe Aussaat hilft sie vor Schädlingen zu schützen. Dazu gehören z.B. Dicke Bohnen. Man kann sie bei frostfreiem Wetter bereits ab Februar säen. Sie fangen sofort an zu keimen, sobald das Wetter es zulässt. Die Ernte fällt dann zwei, drei Wochen früher als sonst an, aber hauptsächlich bevor sich die schwarze Blattlaus ausgebreitet hat. Denn schwarze Blattläuse lieben Dicke Bohnen!
Natürlich kann man die Dicke Bohne auch später säen, aber dann hat man halt die Läuse.

Auch Kohlrabi profitiert von einer frühen Kultur. In Saatkästen auf der Fensterbank oder im Gewächshaus kann Kohlrabi bereits Mitte Februar bis Anfang März herangezogen werden, und Ende März bis Anfang April ausgepflanzt werden. Zu dieser Zeit sind die Nacktschnecken noch nicht so groß und zahlreich, wie später im Sommer. Der Kohlweißling fliegt auch noch nicht. So können sich die Setzlinge ungestört entwickeln.
Für einen frühen Anbau eignet sich am besten eine frühe Sorte mit kurzer Kulturdauer von ca. 12 Wochen.

Wer ein glücklicher Besitzer eines Gewächshauses ist, kann Kohlrabi schon Anfang März pflanzen.

Kohlrabi vom Vorjahr, Anfang März

Kohlrabi vom Vorjahr, Anfang März – © Malgorzata Ackermann

Bereits im Februar kann man mit weiteren Aussaaten beginnen: Möhren, Salat, Spinat, Zwiebeln, Feldsalat. Diesen Gemüsesorten macht die Kälte nichts aus.
Ab März können auch Erbsen im Freiland gesät werden.

Jetzt, im Februar, kann man auch mit Aussaaten für die Fensterbank beginnen. Paprika und Chili, um rechtzeitig zu reifen, sollten jetzt gesät werden.
Die Crème de la Crème wäre hier ein Anzuchthaus mit Beleuchtung und Heizung. Paprika und Peperoni sind wärmeliebende Pflanzen. Zu wenig Licht und Kälte lassen sie verkümmern.

Wer ausreichend Platz auf der Fensterbank hat, kann jetzt auch mit Tomaten anfangen. Aber Achtung! Tomaten keimen in der Regel sehr schnell und wachsen dann noch schneller. Sie brauchen dann enorm viel Platz mit viel Sonnenlicht. Aber wenn sie in der frühen Wachstumsphase nicht ausreichend Licht bekommen, werden sie dünn und blass und später anfällig gegen Krankheiten.

Bei Aussaaten für die Fensterbank soll man in jedem Fall darauf achten, dass die Keimlinge ausreichend Licht abbekommen. Für die Aussaaten wird unbedingt eine nicht gedüngte Aussaaterde verwendet. Das regelmäßige Gießen darf nicht vergessen werden, aber bitte lasst die Keimlinge nicht baden gehen. Zuviel Gießen schadet auch sehr, besonders wenn es gerade wieder etwas kühler wird.
Bei sonnigem Wetter und Temperaturen über 10 Grad dürfen die Keimlinge auch mal an die frische Luft. Es härtet sie ab und beugt Pilzkrankheiten vor. Nach einer angemessenen Zeit, je nach Sorte, werden sie in größere Töpfe pikiert, aber das ist eine andere Geschichte 😉

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