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Winterschutz, bevor Pflanzen kalte Füße bekommen

Der erste Raureif in den Morgenstunden deutet es schon an – die kalte Jahreszeit steht vor der Tür. Während wir uns in dieser Zeit Glühwein, Plätzchen und kuschelige Stunden vor dem Kamin oder der Heizung gönnen, beginnen einige unserer chlorophytischen Freunde arg zu bibbern. Gerade immergrüne Gewächse im Topf wie auch im Freiland sind andere klimatische Bedingungen gewöhnt, sprich deren Vorstellung von Winterhärte ist durchweg eine andere, als die unsere.

Immergrüne Pflanzen haben die bekannte Eigenschaft das gesamte Jahr über belaubt bzw. benadelt zu sein. Ein Grund, weshalb wir uns Buchsbäume, Kirschlorbeer, Thuja oder Scheinzypresse in den Garten holen, um wenigstens im drögen Winter ein bisschen Grün zu haben. Nun birgt diese Eigenschaft, während eines durchschnittlichen deutschen Winters auch einige Gefahren, die man durch geeignete Winterschutzmaßnahmen in den Griff bekommen kann. Pflanzen mit einer immergrünen Belaubung bzw. Benadelung  betreiben auch im Herbst und Winter die allseits bekannte Photosynthese. Diese Lichtreaktion ist ein wichtiger Energielieferant für die Pflanzen und funktioniert leider nur im Zusammenspiel mit Wasser, wo wir auch schon beim Knackpunkt sind. Wasser ändert ja bekanntlich im frostigen Winter seinen Aggregatzustand und liegt nun als Eis vor, so auch im Boden. Unsere Pflanzen können über die Wurzeln kein Wasser mehr aufnehmen. Gleichzeitig werden Reserven aus dem Laub und dem Holz durch Sonneneinstrahlung und Windtranspiration verbraucht. Am Ende dieser kleinen Geschichte freuen wir uns noch Anfang März, bei kühleren Temperaturen, das unsere Pflanzen gut durch den Winter gekommen sind, um zwei Wochen später, während der ersten wärmeren Tage, festzustellen, dass Buchsbaum, Kirschlorbeer und Thujahecke binnen Tagen komplett eintrocknen.
Drehen wir das Zeitrad wieder ein Stück zurück und sorgen dafür, dass uns dies nicht passiert.

Immergrüne Pflanzen in Kübeln, Töpfen oder Bodenkästen sollten besonders geschützt werden, weil die Pflanzgefäße schneller durchfrieren können. Aus diesem Grund stellen wir kleine Füßchen Holzlatten unter die Gefäße, damit überflüssige Feuchtigkeit entweichen kann und wir keinen Eisfuß bekommen. Wer es besonders gut meint, stellt seine Töpfe auf eine Styroporplatte, diese hat noch einen wärmenden Effekt an den Wurzeln.

Danach umwickeln wir das Pflanzgefäß mit einer dicken Kokosmatte oder Luftpolsterfolie, um einen Kälteschutz für die Wurzeln zu bekommen. Anschließend bedecken wir den Topf mit einer Kokosmatte zum Transpirationsschutz. Meistens ist das Ergebnis zwar funktional, besticht aber nicht durch seine optische Eleganz. In diesem Fall kann man das Paket aus Kokosmatte oder Luftpolsterfolie zusätzlich mit gefärbtem Jutegewebe umwickeln, so dass auch die Schönheit ihren Platz im Winterschutz erhält. Nach dem Topf  ist der oberirdische Pflanzenteil an der Reihe. Vliese, Jutesäcke oder auch Kübelpflanzenhauben, die über den Buchsbaum, Kirschlorbeer usw. gezogen werden, vermeiden eine zu starke Sonneneinstrahlung, halten kalte Winde ab und verringern somit die Transpiration, wie auch eine übermäßige Photosyntheseaktivität.

Neben den immergrünen Vertretern benötigen auch Gehölze wie Rosen, echter Wein, Roseneibisch, Schmetterlingsflieder und Ähnliche unsere Hilfe.  Rosen werden im späten Herbst mit Erde oder Mulchmaterial angehäufelt, um die Veredelungsstelle zu schützen. Eine Maßnahme die bei Hochstammrosen natürlich unsinnig ist, da man keinen meterhohen Erdwall um die Rose baggern möchte. In diesem Fall wird die Hochstammrose mit einem Stammvlies umwickelt. Zum Schluss werden alle Rosen, egal ob Beet- oder Huchstammrose, mit einer Rosenhaube eingepackt, damit die Rosenknospen vor Temperaturschwankungen und einem vorzeitigen Austrieb geschützt werden. Ebenso verfährt man beim Wein, dem Roseneibisch und anderen Pflanzen, die einen Frostschaden über die Knospen erleiden können.
Prinzipiell sollte der Winterschutz vor dem Frost vorgenommen werden und erst im Frühjahr wieder entfernt werden, wenn der Bodenfrost vorbei ist. Weiterhin ist das Gießen an frostfreien Tagen ratsam. Wer sich optimal auf den Winter vorbereiten möchte, kann seine Pflanze bis Mitte Oktober noch mit Kalimagnesia (Patenkali) ca. 50-80 g/m² oder Phosphatkali (Thomaskali) ca. 70-90 g/m² düngen. Der Kalianteil sorgt führt einen höheren Zelldruck und die Pflanze lagert mehr Wasser ein.

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