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Petras Gartenkolumne: Magnolien

Als Kind bin ich freitags immer zum Bücherbus gegangen. Dafür musste ich einen Weg nehmen, den ich sonst nie ging und sah mir daher besonders aufmerksam die Vorgärten der Einfamilienhäuser an, die an der großen Straße standen.

In einem der Gärten wuchs ein riesiger Magnolienbaum mit rosa-weißen Tulpenblüten,  der mich in jedem Frühling aufs Neue begeisterte. Da wir in einer Mietwohnung lebten und Containergardening in diesem Sinne noch nicht erfunden war (sieht man von Geranien und Petunien in Eternitbalkonkästen ab), kam ich nicht einmal auf die Idee, über die Anschaffung einer Magnolie nachzudenken.

Auch später begegneten mir diese imposanten Bäume immer wieder einmal. Doch obwohl wir seit über 20 Jahren in einem Haus mit großem Garten wohnen, blieb es immer bei der stillen Bewunderung und mein sonst so präsentes: „Muss ich haben!“ blieb aus. Ich habe wirklich keine Ahnung, warum.

Bis wir in den Osterferien meinen Mann in Schleswig-Holstein besuchten, wo er unter der Woche arbeitet. Am Hauseingang vor seinem Küchenfenster, steht ein lilafarbener Magnolienstrauch.

 

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Ein Strauch, kein Baum. Magnolienbäume können nämlich bis zu acht Meter hoch werden. Vielleicht war das in all den Jahren der Grund für meine mangelnde Kaufwut, denn einen Hausbaum haben wird bereits.

Dieser Strauch jedoch war zierlich, ohne auf die fantastischen Blüten zu verzichten. Mir war trotzdem noch nicht klar, dass aus diesem Strauch kein Baum werden würde, bis ich den Onlinehändler befragte. Da fand ich sie nämlich, die rote Tulpen-Magnolie, Höhe 1,20 m, maximale Höhe 3 Meter.

Da war mein „Muss ich haben!“ endgültig aktiviert und ich klickte mir die Schönheit nach Hause.

 

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Und was soll ich sagen? Anscheinend habe ich wirklich genau den Strauch erwischt, wie er in Schleswig-Holstein vor unserem Küchenfenster wächst. Obwohl die Blüten „rot“ genannt werden, sind sie doch eher hell-auberginefarben. Und der zierliche Wuchs entspricht auch dem Pendant im Norden.

Die Magnolie hat nun erstmal vor unserem Küchenfenster einen Platz gefunden: im Topf auf dem Tisch, der davor steht. Ich habe nämlich seit einer Woche eine üble Erkältung und schaffe kaum die paar Stufen aus dem Wäschekeller nach oben, ohne schweißgebadet und mit Atemnot auf das Sofa sinken zu müssen. Nicht der beste Zustand, um tiefe Löcher zu graben, zumal es momentan auch ziemlich kalt ist.

 

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Aber am Wochenende werde ich die Kinder zum Graben verdonnern. Dann werden Passanten zwar keinen riesigen Baum bewundern können, aber vielleicht denkt sich der eine oder andere ja:

„Ach, so ein kleiner Strauch könnte auch in meinen Vorgarten passen. Muss ich haben!

© Petra A. Bauer,  28. April 2017

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