Wildobstgehölz, Blüte,

Kornelkirsche (Cornus mas): Frühe Blüte – Späte Ernte

Damit es im nächsten Frühjahr schon früh im Garten blüht, wäre jetzt der richtige Zeitpunkt eine oder auch mehrere Kornelkirschen zu pflanzen.

Wildobstgehölz, Blüte,

Foto: DGS – Die Blüten der Kornelkirsche (Cornus mas) erscheinen im Frühjahr noch vor dem Blattaustrieb

Die Kornelkirsche (Cornus mas) übt eine besondere Faszination auf mich aus. Warum? Wer sich mal die Blüten dieses Wildobstgehölz genau angeschaut hat, dem ist der Grund klar. Die kleinen gelben Blütenrispen bringt die Kornelkirsche schon sehr früh im Jahr hervor und zwar noch bevor die Blätter austreiben. Damit setzt dieses Gehölz einen wunderschönen Akzent in die bis dahin sonst noch recht triste Natur oder auch in den Garten. Außerdem ist Cornus mas nicht nur eine schöne Zierde, sondern kann auch als Nutzpflanze dienen.

Aufgrund der üppigen frühen Blüte eignet sich die Kornelkirsche auch als Bienenweide. Aus den Blüten bilden sich im Laufe der Zeit kleine rote Steinfrüchte, die essbar sind. Als wären das nicht schon Gründe genug, warum Wildobstfreunde unbedingt einen Gelben Hartriegel oder Dirlitze (wie Cornus mas im Volksmund genannt wird) haben wollen, kommt noch hinzu, dass die Kornelkirsche Hitze- und Trockenperioden gut verträgt. Sie ist also für das städtische Klima bestens geeignet.

Wildobstgehölz, Hartriegel,

Foto: Christine Schonschek – Die Kirschenähnlichen Früchte des Cornus mas sind erntereif, wenn sie dunkelrot und weich sind

Abstand halten

In der Natur anzutreffen ist die Dirlitze von Europa bis Kleinasien. An Waldrändern sowie in lichten Laubmischwäldern und an warmen trockenen Hängen kann sich die Kornelkirsche gut entfalten. Der Gelbe Hartriegel mag einen warmen, sonnig bis halbschattigen Standort. Gartenböden mit einem pH-Wert über 7,4 sind ideal für die Kornelkirsche geeignet. Lehmige und steinige Böden mit hohem Humusanteil sind optimale Grundlagen für das Wildobstgehölz. Prima, denn damit passt es ideal in unseren Garten. Da dieser Strauch allerdings eine geringe Konkurrenzkraft hat, sollte er zu anderen Pflanzen einen ausreichenden Abstand halten. Auch kein Problem, denn freier Platz ist bei uns noch vorhanden. In jungen Jahren wächst die Kornelkirsche nur sehr träge. Sie kann aber durchaus eine Höhe von vier bis sieben Meter erreichen. Anfänglich wächst sie eher strauchartig. Erst im Alter bekommt sie eine baumartige Form.

Erkennungsmerkmale

Im laublosen Zustand zeigen sich folgende charakteristische Zeichen, die auf eine Kornelkirsche hinweisen: Helle, leicht korkig faserige Rinde. An den auffällig dünnen, grünen Zweigen sind gegenständig die spitzen Knospen erkennbar. Ihre filigranen Blüten öffnet die Kornelkirsche manchmal sogar schon im Februar, auf jeden Fall im März / April. Die sich daraus entwickelnden Steinfrüchte sind glänzend rot, oval bis eiförmig und etwa zwei Zentimeter groß. Wenn die Früchte im August / September dunkelrot und weich werden, dann sind sie erntereif.

 

Kornelkirsche, Wildobstgehölz, Fruchtaufstrich,

Foto: Christine Schonschek – Aus den Früchten des Gelben Hartriegels lässt sich ein leckerer Fruchtaufstrich bereiten

Verwendungszwecke

Wie bei Hartriegel-Arten üblich besticht auch die Kornelkirsche durch eine leuchtend rote Herbstfärbung. Die deutsche Bezeichnung der Vertreter der Cornus-Familie verrät, Hartriegel gehören zu den härtesten Holzarten. Deshalb ist die Verbreitung dieser Art in Deutschland stark zurückgegangen. In der Antike wurden der Herlitze sogar heilende Kräfte zugeschrieben. So wurden die Früchte eingesetzt, um Fieber zu senken und wässrige Auszüge aus Rinde, Holz und Blättern bei Gicht angewandt. Heute werden aus den säuerlich schmeckenden Früchten Marmeladen, Saft, Kompott oder Obstwein hergestellt. Die roten Früchte können aber auch einfach als Nahrung für Wildvögel am Baum verbleiben.

 

Japanischer Blumenhartriegel

Foto: Christine Schonschek – Die Frucht des Japanischen Blumenhartriegel (Cornus kousa) ist zwar auch essbar, soll aber nicht sonderlich schmecken

Großfrüchtige Sorten

Gute Nachrichten für alle, denen Fruchtertrag besonders wichtig ist: Es gibt spezielle Sorten, die größere Früchte hervorbringen. Dazu gehören unter anderem die Sorten ‚Jolico‘, ‚Schönbrunner Gourmetdirndl‘, ‚Shumener‘, ‚Macrocarpa‘, ‚Pancharevo‘ und ‚Pioneer‘. Bis zu rund 3,5 cm lange und bis zu 9 g schwere birnenförmige Einzelfrüchte bringt die Sorte ‚Kazanlak‘ hervor. Bei den besonders ertragreichen Sorten gibt es sogar welche mit gelben bis orangegelben Früchten, wie zum Beispiel Cornus mas ‚Flava‘, ‚Jantarnyi‘ und ‚Yellow‘.

Wie bei Wildobstgehölzen üblich, ist auch die Kornelkirsche verhältnismäßig pflegeleicht. Der Frühblüher braucht eigentlich nicht unbedingt geschnitten zu werden. Wenn erforderlich kann er nach der Blüte ausgelichtet werden. Mal sehen, ob demnächst in unseren Garten noch ein paar Kornelkirschen einziehen werden?

Ach bevor ich es vergesse, ein anderer Hartriegel-Sorte ist auch sehr dekorativ. Ich meine den Japanischen Blumenhartriegel (Cornus kousa ‚Copacabana‘). Seine kugeligen Früchte ziehen im Herbst die Blicke auf sich. Die Früchte des Cornus kousa sind zwar auch essbar, sollen aber angeblich nicht so toll schmecken. Ich habe noch keine probiert, sondern nur fotografiert. Die Optik jedenfalls passt 😉

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