Bohnen sind ein tolles Einsteigergemüse. Sie wachsen schnell und haben geringe Ansprüche. es gibt buschige und rankende Sorten. Foto: R.Leemhuis

Gemüse für Anfänger- Tipps und Erfolgsrezepte

Viele Menschen träumen von einer reichhaltigen Ernte aus dem eigenen Gemüsegarten. Doch leider fällt gerade bei Anbauneulingen die erste Ernte oft anders aus, als gewünscht. Hier findet ihr Tipps und Tricks für einen erfolgreichen Start in das Gemüsegärtnerleben.

Gemüsesorten für Anfänger

  • Einige Gemüsesorten eignen sich sehr gut auch für Anbauneulinge, andere sind eher etwas divenhaft. Sehr zu empfehlen ist der Anbau von Radieschen. Du kannst sie ab Ende März im Freiland aussäen. Sie wachsen nahezu in jedem Boden und du kannst sie schon nach wenigen Wochen ernten.
  • Auch viele Salatsorten wie Rucola, Feldsalat oder Lollo Rosso sind leicht anzubauen. Insbesondere Pflücksalat ist Anfängern ans Herz zu legen. Er liefert einen hohen Ertrag und kann nach Bedarf gepflückt werden. Gerade für Neulinge empfiehlt sich bei Salaten die Aussaat im Saatband, da Salatsamen sehr fein und schwierig gleichmäßig auszusäen sind. Auch das Einsetzen von Jungpflanzen ist eine Möglichkeit.
  • Weiterhin sind Zucchini und Kürbis gute Anfängergemüse. Sie brauchen zwar etwas Platz, sind aber pflegeleicht und ertragreich.
  • Weiter kann man auch den Anbau von Kartoffeln für Anfänger empfehlen. Sie eignen sich auch gut als Erstkultur in frischen Beeten. Du setzt Saatkartoffeln ab Mai in die Erde und hältst das Beet anfangs unkrautfrei. Wenn die Triebe ca. 20cm hoch sind, schüttest du etwas Erde auf. Sobald das Laub welkt, sind deine Kartoffeln fertig.
Bohnen sind ein tolles Einsteigergemüse. Sie wachsen schnell und haben geringe Ansprüche. es gibt buschige und rankende Sorten. Foto: R.Leemhuis

Bohnen sind ein tolles Einsteigergemüse. Sie wachsen schnell und haben geringe Ansprüche. es gibt buschige und rankende Sorten. Foto: R.Leemhuis

  • Mein Favorit unter den Starter Gemüsesorten sind definitiv Bohnen. Es gibt sie als rankende oder buschig wachsende Pflanzen in einer großen Vielfalt. Von Mitte Mai bis Juli kannst du sie säen. Bohnen haben sehr geringe Ansprüche an den Boden und erfreuen einen in der Regel mit einem guten Ertrag. Ähnlich verhält es sich mit Zuckererbsen. Die sind auch gerade für Kinder eine wahre Freude.
  • Ein kleiner Geheimtipp unter den Einsteigergemüsesorten ist Mangold. Er wächst auch im Halbschatten und hat wenig Ansprüche. Außerdem gibt es schöne bunte Sorten, die auch noch schön aussehen.
  • Weitere Sorten, die sich für den Start ins Gärtnerleben eignen, sind: Erbsen, Zwiebeln, Lauch, Kohl und Möhren.

Und Tomaten? Die finde ich ja super lecker, aber im Anbau etwas divenhaft. Sie sind sehr abhängig vom Wetter und brauchen in der Regel eine Überdachung. In manchem Jahr konnten wir uns vor Tomaten kaum retten, dann fiel die Ernte wieder sehr mager aus. Gute Erfahrungen habe ich mit Mini- Tomaten gemacht.

Der Start: Wahl des Standortes

Wichtig für einen erfolgreichen Start ist die Wahl des Standortes. Fast alle Gemüse brauchen genügend Platz, möglichst viel Sonne und genügend Nährstoffe. Der Boden sollte durchlässig und nährstoffreich sein. Praktisch ist ein Wasserzugang und ein Komposthaufen in der Nähe. Einfach drauf loslegen klappt leider beim Gemüseanbau in der Regel nicht so gut. Du solltest zunächst wissen, wie der Boden beschaffen ist. Wie sieht es mit den Nährstoffen aus und welchen ph-Wert hat der Boden? Am aufschlussreichsten ist eine professionelle Bodenanalyse. Hier erhältst du auch Ergebnisse über eine mögliche Schadstoffbelastung. Ansonsten geben auch Zeigerpflanzen Aufschluss. Moos spricht für einen sauren Boden, Brennnesseln weisen auf zu viel Stickstoff in der Erde. Wenn du weißt, wie der Boden beschaffen ist, kannst du dein Beet anlegen und entsprechend der Bodenverhältnisse düngen oder mit nährstoffreicher Erde auffüllen. Für die Wahl deiner Pflanzen orientiere dich dann an den Regeln der Mischkultur. Gute Nachbarn sind zum Beispiel Bohnen, Kartoffeln, Kohl, Kohlrabi, Mangold, Radieschen und Salat . Kräuter lassen sich sehr gut in Gemüsebeete integrieren und sind da sehr nützlich. Wenn du zum Beispiel Kerbel zwischen deinen Salat pflanzt, vertreibt das Blattläuse, Ameisen und Schnecken. Auch wird die Anfälligkeit für Mehltau geringer!

Die richtige Standortwahl und das Anlegen eines Gemüsebeetes ist allerdings nicht gerade ein Klacks. Vielleicht fehlt dir auch ausreichend Platz, Sonne oder der Boden ist nicht optimal. Dann gibt es eine gute Alternative, die besonders für Anfänger gut zu empfehlen ist: die Kultivierung in Töpfen. Auch ein Hochbeet kann eine Option sein, auch wenn du hier ein paar Dinge beachten musst.

anfängergemüsehochbeet

Kultivierung in Töpfen

Gerade wenn du wenig Platz hast, oder erst mal klein anfangen möchtest, eignet sich die Kultivierung von Gemüse in Töpfen oder Kübeln wunderbar. Ob Bohnen, Kohl , Salat, Radieschen, Möhren oder auch Tomaten, viele Gemüsesorten lassen sich sehr gut in Töpfen kultivieren. Wichtig ist, dass deine Pflanzgefäße groß genug sind und Löcher haben, damit Wasser abfließen kann. Auf den Boden deiner Pflanztöpfe gibst du Splitt oder Kies. Benutze außerdem eine gute Gemüseerde. Der Standort deiner Pflanzen sollte möglichst sonnig und im Falle von Tomaten regengeschützt sein. Du kannst Saatgut verwenden, Pflanzen vorziehen oder Jungpflanzen kaufen. Beginne mit wenigen Sorten (siehe Sorten für Anfänger) um dich dem Thema anzunähern. Auch Erdbeeren wachsen übrigens wunderbar im Topf. Hängende Sorten sind zudem ein echter Hingucker.

Gemüse im Hochbeet

Das Anlegen eines Hochbeetes ist nicht schwer und birgt (auch und gerade für Anfänger ) einige Vorteile: die Gartenarbeit ist rückenschonender, du bist unabhängig von der Bodenbeschaffenheit, Schnecken haben es schwerer an die Pflanzen zu gelangen und auch für das Wachstum der Pflanzen ist ein Hochbeet von Vorteil. Durch den Zersetzungsprozess des Laubs und Kompostes entwickelt sich eine Wärme, sodass du schon früh mit dem Anbau beginnen kannst. Außerdem ist das Düngen in den ersten Jahren in der Regel nicht nötig. Hier kannst du zum Beispiel etwas zum Bau eines Hochbeetes lesen.
Viele Pflanzen eignen sich sehr gut für den Anbau im Hochbeet. Orientiere dich hier auch an den Regeln der Mischkultur. Du musst zudem bedenken, das in den ersten Jahren nicht allein schwachzehrende Pflanzen wie Salat angebaut werden, damit es nicht zu einer Nitratanreicherung kommt. Gut geeignet für den Anbau im ersten Jahr sind zum Beispiel Kohl, Lauch, Zwiebeln, Möhren oder Buschbohnen. Kapuzinerkresse bringt nicht nur Farbe ins Beet, sondern ist auch essbar.

Der Startschuss für den Gemüseanbau fällt schon recht bald. In diesem Sinne #machwasdraus.

  • Ein kleiner Tipp zum Schluss: Ein guter Einstieg in das Gärtnerleben ist auch die Kultivierung von Kräutern. Beginne doch mit ein paar Kräutern im Topf zusätzlich zu deinen ersten Gemüsesorten. So hast du auch die richtige kulinarische Verfeinerung zur Hand, wenn deine erste eigene Gemüseernte im Topf landet. Empfehlenswert ist hier zum Beispiel ein Gemüse Ratatouille mit mediterranen Kräutern wie Thymian und Rosmarin oder ein Erdbeersalat mit Minze.

 

1 Kommentar zu “Gemüse für Anfänger- Tipps und Erfolgsrezepte

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