Gar nicht zickig: 5 gute Gründe für Rosen als Balkonpflanzen

Zickig, anspruchsvoll und kompliziert in der Pflege – dieses Image haftet der Rose noch oft – und völlig zu Unrecht – an. Wer die Königin der Blumen auf dem Balkon einziehen lässt, wird mit bezaubernden Blüten, großer Farbenpracht und langer Blütezeit belohnt. Lasst euch von fünf guten Gründen von einer Rose überzeugen…

1.    Lange Blütezeit

Vom ersten Flor im Mai bis zur eisüberzuckerten letzten Blüte im November oder Dezember. Sechs Monate Blühzeit sind für moderne Rosen eher die Regel als die Ausnahme. Die erste Blüte im Mai und Juni fällt oft besonders üppig aus. Danach folgen regelmäßig neue Knospen und Blüten bis zum Frost. Je nach Sorte kann es in den heißen Hochsommertagen zu einer Blühpause kommen, die die Rose dann oft mit einem zweiten Flor wieder wettmacht.

Die Pflege ist nicht aufwändiger als bei anderen Balkonpflanzen: verblühtes ausschneiden und bis Juli regelmäßig düngen. Nur der Schnitt im Frühjahr (genau jetzt zur Forsythienblüte!) kommt hinzu. Aber wenn man einmal verstanden hat, was ein Auge ist und wie man so die Wuchsrichtung beeinflussen kann, ist der Rest Kinderkram. Nach dem gleichen Grundprinzip kann man dann auch Obstbäume und viele andere Pflanzen schneiden.

2.    Nachhaltigkeit

Rosen sind keine Wegwerfpflanzen. Ältere Rosenstöcke, die gut eingewachsen sind, erreichen auch im Kübel buschiges Format und belohnen mit noch mehr Blüten als die junge Pflanze. Durch passende Schnittmaßnahmen kann man Rosen in die gewünschte Form erziehen – zum Beispiel zu einem buschigen Strauch oder an einem Spalier entlang. Man spart sich das Geld, jährlich neue Pflanzen zu kaufen und das häufige Wegwerfen und Umtopfen von einjährigen Pflanzen. An einer Rose kann man lange Freude haben – genau wie der kleine Prinz, weil es die eigene Rose ist. Und sollte man vom Balkon irgendwann ins Haus mit Garten umziehen, kann man die Topfrose einfach auspflanzen.

3.    Die schönsten Farben und Formen

Die Rose hat dank der jahrhundertelangen Arbeit der Rosenzüchter ein beeindruckendes Spektrum an Wuchs, Farbe und Blütenform. Von der niedrigen Zwergrose über Wildrosen im Heckenformat bis zur meterhoch wachsenden Kletterrose. Die Gattung ‚Rosa’ beherrscht jede Disziplin.

Gab es europäische Rosen anfangs nur in Weiß (‚rosa alba’) und Pinktönen, machte das Einkreuzen der chinesischen Rose, die Gelbtöne mitbrachte, ein riesiges Farbspektrum möglich. Reinweiß, Creme, leuchtende, zarte oder kupfrige Gelbtöne, die komplette Palette vom zarten Rosa bis zum knalligen Pink ist zu haben, außerdem fröhliches Orange, sanftes Apricot… Unter den selteneren Tönen finden sich Braun- und Cafénuancen, eisiges Lila und Lavendel. Das Spektrum wird abgerundet von samtigen, sehr dunklen Rot-, Bordeaux- und Lilatönen, die fast Schwarz erscheinen. Diese Vielfalt macht der Rose so schnell keine andere Pflanze nach.

Doch es kommt noch besser: Auch in der Blütenform ist für jeden Geschmack etwas geboten. Ich persönlich mag stark gefüllte, nostalgische Blüten, die sich wie Teetassen nach außen biegen. Jeder kennt die knospigen, spitz zulaufenden Edelrosen, die der Herzdame als klassische rote Rose überreicht werden. Im Durchmesser reichen Rosenblüten von zwei bis über zehn Zentimeter. Es gibt kleine flache Blüten oder Zwergrosen, die wie von winzigen Pompons übersät scheinen. Die stark gefüllten Blüten alter Rosen werden oft mit knittrigem Seidenpapier verglichen, andere sind im Inneren ordentlich geviertelt.

Damit immer noch nicht genug: Malerrosen zeigen mehrfarbige Blüten mit interessanten Farbverlaufen, andere Rosen haben sogar gestreifte oder gesprenkelte Blütenblätter in spannenden Farbkombinationen. Die enorme Vielfalt der Rosen begeistert und erstaunt mich immer wieder.

4.    Der Duft der Rose

Betörender Rosenduft, der morgens schon vom Balkon hereinweht… Ein weiteres wichtiges Feature dieser faszinierenden Blume. Meine Meinung: Eine Rose muss duften! Der Platz auf dem Balkon ist knapp, deshalb sollte die Rose der Wahl möglichst alle guten Eigenschaften ihrer Art in sich vereinen. Hier zählt die richtige Sorte, denn längst nicht alle Rosen duften. Insbesondere auf Härte gezüchtete Zwerg- und Beetrosen haben ihren Duft im Laufe der Zeit eingebüßt. Glücklicherweise gibt es eine große Auswahl von Strauch- und Edelrosen in allen Farben, die gleichzeitig den unverwechselbaren Rosenduft mitbringen. Besonders gut und intensiv duften alte Rosensorten wie Portland- oder Bourbonrosen.

 

5.    Ökologisch wertvoll – Nahrung für Vögel und Bienen

Wilde Rosenarten wie die Hundsrose sind in unseren Breiten heimisch und aus undurchdringlichen Hecken und Gestrüppen bekannt. Wildrosenhecken sind ökologisch sehr wertvoll: Sie bieten Vögeln und kleinen Tieren einen Unterschlupf und Nistplätze. Die einfachen Blüten mit den freiliegenden Staubgefäßen werden von Bienen und Hummeln gerne besucht. Im Herbst tragen die Rosen Hagebutten, die Vögeln, Tieren – und auch Menschen – bis in den Winter Vitamin C-reiche Nahrung bieten. Hagebutten enthalten rund 25 Mal mal mehr Vitamin C als Zitronen oder Orangen.

Während die Rosenhecke in der freien Natur besser aufgehoben ist, kann auch eine Balkonrose Nahrung für Insekten und Vögel bieten. Insbesondere einfache, ungefüllte Sorten locken Bienen und Hummeln an. Auch aus der Reihe der Wildrosen gibt es mittlerweile kleinformatige Züchtungen, die wie die großen duften und auch Hagebutten ansetzen. Ob eine Rose duftet, Insekten ernährt oder Hagebutten ansetzt, ist in der Regel den Angaben des Züchters zu entnehmen.

Meine Irrtümer, Erfahrungen und Empfehlungen für Rosen auf kleinstem Raum könnt ihr in meinem Blog „Balkonrosen“ nachlesen. Beim Gärtner oder in den Rosenschulen sind jetzt getopfte Exemplare vorrätig, die schon in wenigen Wochen blühen.

Habt ihr Lust bekommen, es mit einer Rose zu versuchen? Schreibt eure Fragen und Kommentare!

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Ein Topfrosenopfer entdeckt versehentlich das Balkongärtnern. Und sie bloggt auch noch darüber. Bei „Balkonrosen“ dokumentiert sie ihre Erlebnisse mit Rosen, Kräutern, Gemüse und anderen Balkonpflanzen.

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9 Kommentare zu “Gar nicht zickig: 5 gute Gründe für Rosen als Balkonpflanzen

  1. Hallo,

    ich habe mir auch schon uberlegt eine Rose auf meinen Balkon zu stellen, nur wollte ich, dass meine Rose die Wand kochklettern.

    Was sagst du dazu? Mir kommen namlich Zweifel auf, wie ich die Erde im Kubel wechseln werde, wenn die Rose erstmal so richtig mit der Kletterhilfe verbunden ist. Fur paar Jahre sollte das Substrat in einem grossen Kubel beim regelmassigen Dungen OK sein, aber was danach?

    Ich freue mich auf deine Antwort, Nadia die englishe Rosen besonders mag

  2. Hallo Nadia,

    ich denke, dass Kletterrosen am Balkon anspruchsvoll bis schwierig sind. Eigentlich ist ein Kübel zu klein für eine richtig große Rose. Riesig wird sie mangels Wurzelmasse im Kübel auch nicht werden können.

    Dann kommt es sehr auf die Lage, das Mikroklima und die Sorte an. Direkt an einer Südwand, wo u.U. noch durch Ecken, Sichtschutz etc. die Luft steht, wird eine Rose Probleme bekommen. Die Abstrahlung von der Wand kommt ja zusätzlich hinzu. Wenn meine Rosen zu nah an der Wand stehen, gibt es Sonnenbrand und Spinnmilben.

    Wenn es hingegen Ost- oder Westseite mit ordentlicher Belüftung ist, könnte es schon eher klappen. Persönliche Erfahrungen hab ich da leider keine. Auf jeden Fall muss ein richtig großer Topf her, weil die Kletterrose viel Blattmasse entwickelt. Ich würde es wenn auch mit einer zahmeren Sorte (max. 2-3m) versuchen, keine Rambler oder derartiges. Manche Strauchrosen wie Rosarium Uetersen lassen sich auch am Spalier ziehen, das ist in den Beschreibungen angegeben.

    Winterschutz wird auch ein heikles Thema, weil man die Kletterrose schlecht reinräumen kann. Mir sind trotz guter Verpackung und großem Kübel schon zwei Rosen draußen erfroren. Vielleicht doch lieber eine andere Kletterpflanze und eine schöne Strauchrose im Kübel dazu?

    Ansonsten: Umtopfen könntest du so machen http://www.youtube.com/watch?v=ZidTTVJsDGI

    Ich hoffe, das hilft beim Überlegen!

  3. Danke fur die liebe Auskunft,

    nun ja, mir fiel die Rose AUSfather ins Auge. Ich habe mich per email mit einer lieben Dame aus der Schweiz uber die Rose unterhalten, sie hat die gleiche Rose auch im Kubel auf dem Balkon…. und die Rose entwickelt sich super und bluht dankbar schon seit Jahren.

    Ich glaube also, dass die Kubelhaltung OK sein sollte. Naturlich will ich mir einen ordentlich grossen Kubel zulegen 😉

    Ausrichting des Balkons: ost-sudlich. Ich habe ab 6 bis 13:30 Sonne. Aber vielleicht hast du Recht und ich sollte es mit einer Clemantis zum Ranken versuchen und die Rose im Kubel…. ich bin jetzt etwas unetnschlossen.

    Nadia

  4. Wenn ich mich mal ganz frech einmischen darf, …

    Mit dem Riesenrambler hat Luise natürlich recht: Der ist nichts für den Balkon – schon allein seines enormen Gewichts wegen, das man als Balkongärtner ja auch immer im Hinterkopf behalten muß. Abgesehen von solchen Kolossen neige ich allerdings zu der Ansicht, daß es keine Rose gibt, die man nicht auch im Kübel ziehen kann.

    Eine Rose im Kübel wird naturgemäß nie so groß wie ihre ausgepflanzten Artgenossen. Pi mal Daumen kommt sie über das Dreifache der Topfhöhe nicht hinaus. In einem Kübel von 50 bis 60 cm Tiefe fühlen sich auch Kletterer und kleinere Rambler durchaus wohl, und mehr als die Höhe, die sie in einem solchen Topf schaffen, dürfte auf den meisten Balkonen sowieso nicht drin sein.

    Zum Umtopfen: muß nicht sein. Viel wichtiger ist eine gute Erde, die dauerhaft strukturstabil ist, also genug Luft an die Wurzeln läßt. Dann reicht es, jedes Jahr die oberste Erdschicht auszutauschen oder aufzufüllen. Denk‘ dran, daß Rosen als Pfahlwurzler extrem empfindlich auf jedes Rumfummeln an ihren Wurzeln reagieren.

    Ich möchte die Rosen auf meinem Balkon nicht mehr missen und meine: nur Mut!

  5. Hallo, ich liebe Rosen, habe mich aber nie getraut, sie auf dem Balkon zu pflanzen. Wie sieht es denn mit dem Überwintern aus? Müssen die dann in den Keller oder so? Sonst erfrieren doch bestimmt die Wurzeln, oder? Liebe Grüße Sven

  6. Meine beiden tontopf-rosen Pflanzen hatten vor kurzem lauter vertrocknete blätter die ich dann alle herausgeschnitten habe. Jetzt sind in jedem Topf nur noch jeweils 2 Blütenstaub die noch rosen Blüten haben. Haben die noch eine chance?

  7. Hallo Martina, es gibt 1001 Rosensorte. Am besten ist eine Strauchrose oder eine Zwergrose für den Anfang. Geh doch einfach mal ins Gartencenter und schau, was dir gefällt. Da gibt es aktuell eine große Auswahl an Rosen im Pflanztöpfen.

    Als erste Orientierung: Die Rose sollte ein Züchteretikett mit Sortennamen haben, öfterblühend sein, wenn dein Balkon nach Süden rausgeht auch hitzeverträglich. Dunkle, glänzende Blätter sind ein gutes Indiz dafür und besser als hellgrüne matte. Je kleiner außerdem das Laub ist, desto besser kommt die Rose mit Trockenheit zurecht. Auf meinem Balkon macht sich aktuell eine Rose des französischen Züchters Meilland am besten.

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