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Bienenhaltung – Teil III

Nach einem Jahr Imker-Lehre, unzähligen Stunden mit den Bienen und meiner Lehrerin, habe ich meine Belohnung bekommen. Im Juli habe ich meinen ersten Honig geerntet.  Ich war sehr glücklich darüber. Aber wer denkt, mit der Ernte ist das Bienenjahr vorbei, der irrt.

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Mein Honig! – Foto © Malgorzata Ackermann

Nach der Ernte bekommen die Bienen Futter als Ersatz für den Honig, den ich entnommen habe. Wenn ein Volk wieder genug Futter in der Beute hat, wird es gegen die Varroa-Milbe behandelt. Weil dies ein umfangreiches Thema ist,  verweise ich  hier auf Wikipedia.
Kurz gesagt, ohne die Behandlung würde ich mich über meine Bienen nicht mehr lange freuen können.

Nach einer oder, wenn nötig, mehreren Behandlungen sind die Bienen frei von der Varroa und können sich ungehindert auf den Winter vorbereiten. Das Futter wird eingelagert, damit sie ausreichend für den Winter haben. Der Vorrat muss bis zum April reichen, sonst verhungern sie. Sie bekommen einen speziellen Bienensirup. Den verarbeiten sie ganz schnell zu haltbaren Winterfutter. Um einen ausreichend großen Vorrat an Pollen müssen sich die Bienen selber kümmern.

Jetzt schlüpfen auch die Winterbienen. Eine Biene lebt normalerweise ca. 6 Wochen. Winterbienen sind die, die zwischen August und Oktober schlüpfen und bis zum folgenden März oder April leben. Diese Bienen fliegen gar nicht mehr raus um nach Futter zu suchen. Ihre Rolle besteht darin, die Königin über den Winter warm zu halten. Die Winterbienen bilden eine Wintertraube um die Königin und halten die Kerntemperatur bei über 20 °C! Und das den ganzen Winter lang. Würde ich sie nicht bis zum Winter ausreichend mit Futter versorgen, würden sie alle verhungern. Damit die Drohnen kein Futter verbrauchen, werden sie im August alle aus dem Stock rausgeworfen. So hat man auf einen Schlag ein paar hunderte oder sogar tausende Mäuler weniger zu stopfen. Der Winter ist lang…

Dieses Jahr, sagen viele Imker, war ein gutes Bienenjahr. Davon haben auch viele andere Arten profitiert, u.a. auch die Wespen und Hornissen. Diese haben sich sehr stark vermehrt. Sie versuchen andauernd das Winterfutter von meinen Bienen zu klauen. Um diese Jahreszeit wird der Kampf um Futter deutlich schwerer, deshalb versuchen auch andere, fremde Bienen das Futter zu klauen. Nix Biene Maja, süß und freundlich 😉

 

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Bienen und andere Insekten lieben Oregano – Foto © Malgorzata Ackermann

Der Sommer ist fast zu Ende, jetzt kommt der Herbst. Hoffentlich  wird er warm und sonnig. Das würde meine Bienen sehr freuen. Denn so lange es warm und trocken ist, können sie rausfliegen und nach Pollen und Nektar suchen. Zu der Zeit gibt es zwar keine Massentracht mehr, wie Raps im Mai oder die Linde im Juni, aber es blühen noch viele andere Pflanzen, z.B. die Herbstastern, Japanische Anemonen, Malven, Steinquendel und zum Schluss auch noch der Efeu. Hier ein umfangreicher Blühkalender.
Wenn wir Glück haben, wird der nächste Winter nicht sehr lang. Kalt darf er ruhig werden, das macht den Bienen nichts. Im März, wenn das Wetter gut ist, fliegen sie schon wieder raus.

Vorausgesetzt, ich habe in diesem Jahr alles richtig gemacht, werden meine Bienen einen guten Start im Frühjahr haben. Denn Fehler im Vorjahr rächen sich später. Z.B. zu viel Futter bedeutet zu wenig Platz für frische Brut, zu wenig Hunger. Man will als Imker möglichst alles richtig machen, man hat ja  eine Verantwortung über mehrere Tausend Tiere!

Ich hoffe, ich habe bisher alles richtig gemacht und hoffe auf eine gute Ernte im Jahr 2019.

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