Kapuzienerkresse

Altes neu entdeckt – Die Kapuzinerkresse

Lange hat man sie nur in Bauerngärten entdecken können oder als hübschen Schmuck zur Mauerbegrünung. Geht man heute durch die Stadt sieht man Sie plötzlich in vielen Gärten oder in Balkonkästen entlang der Strasse. Am auffallendsten sind die kreisrunden, bis zu Handteller großen Blätter, die uns immer an Seerosen erinnern und  an denen die Pflanze schon von Weitem erkannt werden kann – Die große Kaputzinerkresse (Tropaeolum majus). Auf Sie aufmerksam geworden sind wir allerdings erst, durch die Suche nach einer gesunden Ernährungsweise.

Denn die Kaputzinerkresse kam im späten 17 Jahrhundert aus Südamerika (Vor allem Peru und Bolivien) zu uns und fand dort bei den Indianern in der Volksmedizin rege Anwendung. So sollen bereits die Inkas die Blätter für Schmerz- und Wundbehandlungen verwendet haben. Auch bei uns in Europa gilt die Kaputzinergresse in erster Linie als Heilpflanze. Besonders als Mittel gegen Erkältung und Husten wird Sie in der Hausapotheke genutzt. Im Allgemeinen schreibt man der Kaputzinerkresse folgende Heilwirkungen zu:

  • Anregend
  • Antibiotisch
  • Blutreinigend
  • Pilztötend
  • Schleimlösend

Im Gegensatz zu den meisten anderen Naturmitteln wird die Kaputzinerkresse jedoch weniger als Tee oder Tinktur angewendet, sondern in erster Linie als gesundes Gewürz zu den Speisen gegeben. Sowohl die Blätter als auch die Blüten sind essbar.

Der Geschmack ist leicht bis mäßig scharf, je nachdem auf welchem Boden die Pflanze gewachsen ist. Da der Geschmack in allen Fällen sehr intensiv ist, empfiehlt es sich am Anfang nicht zu viel kleingeschnittene Blätter/Blüten einer Speise beizumischen, um sich an den Geschmack zu gewöhnen.

Die Pflanze an sich ist erstaunlich anspruchslos und lässt sich auch von unseren Kindern prima anbauen.

Kapuzienerkressesamen

So haben unsere beiden die rundlichen, rauen Samen im Kindergewächshaus Mia von Romberg in die mitgelieferten Torfschälchen mit Kokossubstrat ausgesät.

Mit einer Sprühflasche haben wir die Erde feucht gehalten und bereits nach ca. 1 Woche steckten die ersten Keimlinge ihre Köpfe aus dem Boden. Kaputzinerkresse wächst sehr schnell, weshalb man nicht zu früh mit dem Vorziehen beginnen sollte um zu vermeiden, dass die Pflänzchen in die Höhe treiben und abbrechen. Nach ca. 4 Wochen haben wir die schon armlangen Pflänzchen zur späteren Zaun-Begrünung an den Rand des Gartens ausgepflanzt.

Kapuzienerkresse

Da unser Boden sehr lehmhaltig ist haben wir vor dem Aussetzen eine Rinne gegraben, die wir mit Kokossubstrat gemischt mit Schwarzerde  aufgefüllt haben. Die Pflanzen vertragen diesen schattigen Standort sehr gut und eine Düngung ist ebenfalls nicht notwendig. Ob die Pflanzen sich wohlfühlen sieht man leicht an der Blütenbildung. Diese setzt im frühen Hochsommer ein und die leuchtend gelben bis dunkel-orangen Blüten sind dann durchgehend bis in den Herbst zu bewundern. Jede Blüte trägt einen langen gelben Sporn, der der Pflanze auch ihren Namen verdankt, da dieser an die Kaputze von Mönchen erinnert.

Die Blätter und Blüten ernten wir an sonnigen Tagen am Morgen, da dann die Pflanzenteile ihren vollen Geschmack haben. Am liebsten nehmen wir die kleineren Blätter, die noch nicht die ganze Schärfe der ausgewachsenen besitzen. Anschließend legen wir die Pflanzenteile in eine Schüssel mit kaltem Salzwasser, um alle unliebsamen Passagiere zu vertreiben. Auch schön, dabei können die Kinder den Lotus-Effekt an den Blättern beobachten, diese lassen sich nur schwer mit Wasser benetzen und es rinnt in großen Tropfen vom Blattrand.

Mittlerweile haben wir drei Lieblingsrezepte, die wir hier mit euch teilen möchten:

Kaputzinrkresse Gute-Laune-Morgen-Toast

Zuerst wird Kaputzinerkresse-Butter angerührt. Hierfür nehmen wir einen Riegel Butter und lassen diesen ca. 1 Stunde außerhalb des Kühlschranks weich werden. Bitte nicht länger draußen liegen lassen, da die Butter besonders bei warmen Wetter sonst schnell ranzig wird. Die gewaschenen Blätter und Blüten werden nun mit einem Wiegemesser sehr fein geschnitten. Mit einem Schneebesen wird die Butter einmal kräftig durch gerührt und die klein geschnittene Kaputzinerkresse mit etwas Salz eingerührt.  Die fertige Buttermasse in ein Schälchen oder z.B. auch leere Margerine-Verpackung streichen und im Kühlschrank wieder hart werden lassen.

Kapuzienerkresse-Butter

Toasts vorbereiten, parallel dazu Eier hart kochen. Die Butter auf die noch warmen Toasts geben und einziehen lassen. Die Eier schälen, in Scheiben schneiden und schön auf dem Toast garnieren. Durch den hohen Gehalt an Vitamin C erhält man so einen gesunden Start in den Tag!

Kaputzinerkresse-Sommer-Salat

Dazu braucht ihr ungefähr eine handvoll Kaputzinerkresse-Blätter. Diese waschen und grob in Steifen schneiden. Gurke, Tomate, Kopfsalat und was sonst noch gerne gegessen wird klein schneiden und zur Kaputzinerkresse in eine Salatschüssel geben. Für das Dressing einen Becher Joghurt mit 2 EL Zitronensaft, 1 TL Zucker, einen Schuss Essig, etwas Salz und Pfeffer verrühren und auf den Salat geben. Danach kann der Salat nach Herzenslust mit den sauberen Blüten der Kaputzinerkresse oder auch anderen essbaren Blüten wie z.B Rosenblüten geschmückt werden.

Kapuzienerkresse-Salat

Kaputzinerkresse-Grill-Quark

Dazu wird ca. 500 g Quark benötigt. In diesen wird eine handvoll gewaschener und klein geschnittener Blätter der Kaputzinerkresse gerührt und mit Salz, Pfeffer und etwas Zitronensaft abgeschmeckt. Wir nehmen auch noch gerne klein gehackten Schnittlauch und Frühlingszwiebeln mit rein . Dieser Kräuterquark schmeckt sehr gut zu Grillkartoffeln und ist ein nettes Mitbringsel zum Grillen, besonders wenn er mit den essbaren Blüten noch etwas aufgehübscht und nett verpackt wird.

Nun viel Spaß beim Anpflanzen und Ausprobieren!

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