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Aktive Fugenbegrünung: Bunt statt Grau

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Foto: Christine Schonschek – Sedum-Arten und trittfeste Kräuter eignen sich ideal für begrünte Fugen

Der naturnahe Garten ist für mich eine Herzensangelegenheit. Dazu gehören auch die Unterstützung des Artenerhalts und die Förderung der Biodiversität. Insofern werde ich immer traurig, wenn sich Freunde oder Bekannte beklagen, es wäre so müßig das UNKRAUT aus den Fugen zu kratzen. Daraufhin kontere ich mit meinem mein strikten Veto: „Das brauchst Du doch gar nicht zu machen. Grüne Fugen liegen doch voll im Trend! Und überleg doch mal… duftig bunt ist doch viel schöner als eintönig grau!“ Außerdem hat eine aktive Fugenbegrünung viele Vorteile.

Schließlich dürfen, gemäß § 12 Pflanzenschutzgesetz, auf versiegelten Flächen wie etwa gepflasterten Hofeinfahrten oder Grundstücksabgrenzungen ohnehin keine Herbizide ausgebracht werden. Auch Hausmittel wie Salz oder Essig sind dort tabu. Soviel zu den Verboten. Viel lieber aber will ich das Positive erwähnen. Denn aktiv begrünte Fugen sind sowohl ein herrlicher Anblick – also gut fürs Gemüt – als auch ein wertvoller Beitrag, um die Artenvielfalt zu fördern.

Wenn ich dann in meinem Element bin und über grüne Fugen referiere, stellt mir mein Gegenüber meist irritiert direkt die Frage: „Soll ich das Unkraut dann einfach so wuchern lassen!?!?“ Nein, ganz so einfach ist es nicht. Denn nicht alle Wildkräuter eigenen sich zur Fugenbegrünung. Manche werden schlichtweg einfach zu hoch und verdrängen dadurch die vielen hübschen, kleinbleibenden Sorten, wie Gänsblümchen, Zimbelkraut, Mauerpfeffer & Co. Eine aktive Fugenbegrünung bedeutet also geeignete Sorten auszusäen oder anzupflanzen. Beides geht gut im Herbst oder im Frühling.

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Foto: Christine Schonschek – Unterschiedliche Stein-Arten lockern Wege auf. Noch schöner werden sie durch die aktive Begrünung.

Sowohl Pflasterfugen als auch Trockenmauern und Stufen sind Extremstandorte für Pflanzen. Was uns viele Bei- und Wildkräutern zeigen, ist dass solche Standorte keineswegs aussichtslos für eine Begrünung sind. Geeignet für die „Grünen Fugen“ sind Pflanzen, welche auf für eine extensive Dachbegrünung genutzt werden. Dazu gehören Sedum-Arten ebenso wie niedrigbleibende Gräser, trittfeste Kräuter und Duftfpflanzen. Einige Saatgutanbieter haben spezielle Fugen- oder Dachbegrünungsmischungen in ihrem Sortiment.

Damit die Fugenbegrünung gelingt sollten zunächst alle Bei- und Wildkräuter aus den Ritzen zwischen den Steinen entfernt werden. Um ein späteres Verwehen und Ausschwemmen der Samen und des Substrats zu vermeiden ist es sinnvoll bei der Fugenreinigung nicht nur die Wildkräuter zu entfernen, sondern auch etwas von der Fugenfüllung wegzunehmen. Anschließend sollte diese etwa zwei bis drei Zentimeter unterhalb der Pflasteroberkante liegen.

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Foto: Christine Schonschek – Das winzige Grünzeug, zwischen dem mit roten Backsteinziegeln gepflasterten Weg, verleiht diesem einen ganz besonderen Charme.

Damit die anspruchslosen Kräuter und Blumen gut gedeihen, sollte ein nährstoffarmes (pH-neutrales) Substrat verwendet werden. Dies lässt sich am besten aus folgenden Bestandteilen mischen: Schwach gedüngte Anzuchterde oder alternativ sandige, düngefreie Rasenerde + Sand oder Kiessand + Lehm bzw. Mergel. Die weitere Vorgehensweise erinnert ein wenig an das der Seedballs. Das Saatgut wird großzügig mit einem Füllstoff, wie zum Beispiel Sand, vermischt und anschließend mit der Substratmischung vermengt. Danach kann man sie auf der befestigten Fläche verteilen und diagonal zur Fuge einkehren. Das Saatgut sollte danach ungefähr ein bis zwei Zentimeter unterhalb der Oberkante des Pflasters liegen.

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Bild: Christine Schonschek – Die Ausbildung einer v-förmigen Stoßfuge ist für eine Bepflanzung vorteilhaft.

Wer neu Pflastern will, sollte direkt breitere Fugen wählen. Da sich diese leichter begrünen lassen. Besonders schön machen sich unregelmäßig geformte Natursteinplatten. Ungeduldige können anstatt der Aussaat die Fugen auch direkt mit geeigneten Kleinballen-Stauden bepflanzen. Diese Art der Fugenbegrünung ist zwar deutlich arbeitsaufwändiger, aber dafür wird man direkt mit dem bunten Ergebnis belohnt. Was den Pflegeaufwand generell betrifft, sollte die Fläche nach der Aussaat anfänglich gegossen werden, sofern es nicht ohnehin gut regnet. Bei intensiver Nutzung der Fläche sind kaum weitere Pflegemaßnahmen erforderlich. Auf weniger frequentierten Wegen kann man bei Bedarf mal mit dem Rasenmäher drüber gehen. Mindestens einmal im Jahr sollte allerdings eine Mahd erfolgen. Um die Fläche möglichst mager und wildkrautfrei zu halten sollte anschließend das Schnittgut entfernt werden. Unerwünscht aufgehende Beikräuter sowie auch Gehölzsämlinge, hohe Kräuter und Neophyten müssen gründlich manuell entfernt werden. So entstehen aus den einst tristen, grauen Fugen mit der Zeit buntblühende Polster, die Insekten als Nahrung dienen.

2 Kommentare zu “Aktive Fugenbegrünung: Bunt statt Grau

  1. Toller Beitrag! Ich hätte mich demnächst im Internet genau zu dem Thema kundig machen wollen. Kannst Du Gedanken lesen? 😉 Wir haben einen Natursteinweg, den meine bessere Hälfte mit Split aufgefüllt hat. Er hat schon mit Rindenmulch geliebäugelt, aber ich finde Kräuter viel besser. Leite ich sofort weiter
    LG Melanie

    • Freut mich sehr, liebe Melanie, dass Dir der mein Beitrag gefällt und er jetzt genau zu richtigen Zeit für Dich kam 😉
      Viel Freude beim Begrünen wünscht Dir, Christine

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